Archiv der Kategorie: Bahn

U5

In Frankfurt finden momentan Bauarbeiten am Stadtbahnnetz statt. Die Linie U5 soll künftig mit neuen Hochflur-Triebwagen barrierefreien Einstieg bieten.

Während der Bauzeit leistet sich die VGF einen aufwändigen Inselbetrieb: Von der nördlichen Endhaltestelle Preungesheim fährt die Bahn bis zur Station Marbachweg/Sozialzentrum, dort muss in Ersatzbusse zur Konstablerwache umgestiegen werden.

Im regulären Betrieb fuhren die „Ptb“-Triebwagen auf der U5 meistens in Doppeltraktion. Für den Inselbetrieb auf dem Außenast sind aber Einzelwagen ausreichend, so wie hier im Marbachweg zwischen den Haltestellen Marbachweg/Sozialzentrum und Gießener Straße beobachtet. Während der derzeit gesperrte Abschnitt der U5 straßenbahnmäßig ist, ist der Nordast stadtbahnmäßig trassiert und verläuft im Marbachweg in Mittellage, anschließend in Seitenlage bis zur Endstation. Im Marbachweg ist die Trasse von Rosen gesäumt.

Ptb-Wagen der Linie U5 im Marbachweg
Ptb-Wagen der Linie U5 im Marbachweg

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Die Eisenbahn in der Cerdanya, Teil 3: El tren groc

Im zweiten Teil ging es von Puigcerdà nach La Tour de Carol-Enveitg.

Der gelbe Zug (katalanisch tren groc, französisch train jaune) fährt von La Tour de Carol nach Villefranche (katalanisch Vilafranca), wo Anschluss nach Perpignan (oder katalanisch Perpinyà) besteht. Die katalanischen Namen kommen daher, dass das heutige französische Dèpartement Pyrénées-Orientales bis zum Pyrenäenfrieden 1659 am Ende des Französisch-Spanischen Krieges zu Spanien gehörte und historisch gesehen Nordkatalonien ist.

Die Ligne de Cerdagne genannte Strecke führt in Meterspur durch die Pyrenäen. Die Schmalspur erleichterte bzw. verbilligte gegenüber Normalspur den Bau der Bahn in schwierigem Gelände. Wegen der vorhandenen Wasserkraft wurde die Bahn von Anfang an elektrisch betrieben. Die Konstruktion mit einer seitlichen Stromschiene, wie man sie sonst nur von U-Bahnen kennt, ist ebenfalls eine einfachere Bauweise als mit einer Oberleitung und ermöglicht den Bau von Tunnels mit einem kleineren Querschnitt.

El tren groc kurz hinter La Tour de Carol
El tren groc kurz hinter La Tour de Carol

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Die Eisenbahn in der Cerdanya, Teil 1: Puigcerdà

Möchte man von Frankreich nach Spanien oder umgekehrt mit dem Zug reisen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der moderne und schnelle Weg ist mit TGV oder AVE über die Neubaustrecke Perpignan-Barcelona durch den Perthus-Tunnel. Der klassische Weg nach Barcelona führt über Cerbère und Portbou, der ins Baskenland oder mit dem Nachtzug nach Lissabon über Hendaye und Irùn. Doch es gibt noch eine vierte Variante: Von La Tour de Carol nach Puigcerdà in den Pyrenäen. Der Bahnhof La Tour de Carol ist einer der wenigen Bahnhöfe, in denen drei elektrifizierte Strecken mit drei Spurweiten und drei Stromsystemen zusammenkommen. Das und die tolle Landschaft sind Gründe genug, der Gegend einen Besuch abzustatten.

Bahnhof Puigcerdà von Norden
Unser Zwischenziel: Der Bahnhof von Puigcerdà

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Fahrgastrechte leicht gemacht

Wer Bahn fährt und schon mal eine Erstattung wegen Verspätung haben wollte, kennt vermutlich die furchteinflößend aussehenden, zwei A4-Seiten umfassenden Fahrgastrechte- (kurz: FGR) Formulare. So manch ein Fahrgast mit berechtigten Ansprüchen mag sehr wahrscheinlich schon durch den Umfang und Aufwand ganz abgeschreckt worden sein oder sich an eine Agentur gewandt haben, die – gegen eine Provision, versteht sich – das Ausfüllen des Formulars übernimmt.

Doch es geht auch einfacher: Das Fahrgastrechte-Formular gibt es nämlich als praktisches PDF-Formular, das am Rechner ausgefüllt und anschließend ausgedruckt werden kann.

Wenn's mal länger dauert…
Wenn’s mal länger dauert…

Hier der Weg zur Erstattung in wenigen Schritten:

  1. Formular bei der DB herunterladen.
  2. Mit einem PDF-Betrachter, der das Ausfüllen von Formularen unterstützt (z.B. Adobe Reader), die Datei öffnen und das Formular am Rechner ausfüllen.
  3. Wichtig: Das ausgefüllte Formular für die spätere Verwendung abspeichern!
    So braucht man beim nächsten Mal die persönlichen Angaben nicht mehr neu einzugeben, sondern muss nur noch die Angaben zur Fahrt ändern.
  4. Das ausgefüllte Formular ausdrucken und zusammen mit den Fahrkarten und/oder sonstigen Unterlagen in den Umschlag packen. Den Umschlag kann man entweder auch ausdrucken (gleiche Quelle wie das Formular) oder aber man besorgt ihn sich am Bahnhof. Bei den FGR-Formularen, die man dort bekommt, ist immer auch ein passender und adressierter Umschlag dabei.
  5. Nicht frankieren!
    So lange der FGR-Brief oberhalb der Adresse als „Antwort“ gekennzeichnet ist, wird er auch so befördert und die Gebühr zahlt in diesem Fall der Empfänger.
  6. Einwerfen, abwarten und sich nach ein paar Wochen auf die Erstattung freuen.

Die BahnCard 100 im Bus

Schon seit längerer Zeit wird die BahnCard 100 nicht nur in Zügen der DB, sondern unter anderem auch im Stadtverkehr in den City-Bereichen, bei einigen nichtbundeseigenen Eisenbahnen, auf Rhein-Schiffen (s.u.) sowie in Bussen einiger DB-Tochterunternehmen anerkannt. Bei den Buslinien gab die DB bis vor kurzem leider keine offizielle Liste heraus, so dass man sich entweder die Informationen mühsam aus den Beförderungsbedingungen der einzelnen Gesellschaften selbst heraussuchen oder auf die inoffiziellen Listen auf der privaten Webseite desiro.net zurückgreifen musste.

Offizielle Liste

Nun hat die DB endlich selbst eine Liste der eigenen Bus-Töchter veröffentlicht, die die BahnCard 100 anerkennen.

Wer in den neuen Bundesländern unterwegs ist, profitiert allerdings wenig davon. Sämtliche verzeichneten Buslinien liegen im Gebiet der alten Deutschen Bundesbahn.

Update zu Busbetrieben

Bei der DB gab es bis vor kurzem noch eine offizielle Liste der Busbetriebe, die die BahnCard 100 anerkennen. Inzwischen ist diese Information aber offenbar wieder verschwunden. (Stand: 28. März 2016)

Als Faustregel gilt, dass in vielen, aber nicht allen, ehemaligen Bahnbus-Betrieben in Westdeutschland, also im ex-Bundesbahn-Gebiet, die BahnCard 100 gilt. In Ostdeutschland wird die BahnCard 100 dagegen außerhalb der City-Ticket-Bereiche meines Wissens nach in keinem (!) Busbetrieb anerkannt.

Definitive Information über die Anerkennung der BahnCard 100 findet man offenbar nur in den Beförderungsbedingungen jedes einzelnen Busbetriebs oder des Verkehrsverbundes und dort zumeist ziemlich versteckt.

Auch hier gilt die BahnCard 100! (Foto: micagoto, cc-by-nc)
Auch hier gilt die BahnCard 100! (Foto: micagoto, cc-by-nc)

Da geht noch mehr!

Leider habe ich aber noch immer keine wirklich umfassende Liste von Betrieben gefunden, die die BahnCard 100 anerkennen. Manche Straßenbahnlinien (Linie 66 der SWB, Linien 4 und 5 der RNV) findet man immerhin noch auf der Liste nichtbundeseigenen Eisenbahnen. Aber zum einen sind diese Informationen nicht unbedingt immer aktuell (so ist zum Beispiel nicht verzeichnet, dass die HKX inzwischen DB-Fahrausweise akzeptiert) und zum anderen fehlen Hinweise auf sonstige Vergünstigungen.

Vergünstigungen

Zu diesen Vergünstigungen zählt z.B. der Tarif BahnCard 100 HGV für Fahrten in ICE oder TGV nach Frankreich.

Oder wer mit einer BahnCard 100 für die 2. Klasse doch ab und zu mal in der 1. Klasse fahren möchte, freut sich darüber, gegen Zahlung des Differenzbetrags (also 60% des 2.-Klasse-Preises) einen Klassenwechsel zu erwerben. Das geht in Zügen mit Fahrkartenverkauf sogar spontan im Zug ohne Bordpreis.

Wo also bleibt also das Verzeichnis von wirklich allen Vergünstigen und Gültigkeitsbereichen der BahnCard 100? Gibt es das etwa wirklich nicht?

Aber egal, so ist’s ja auch schön, da gibt es immer etwas neues zu entdecken.

Update zu den Schiffen

Seit 2015 bekommt man bei den Schiffen der Köln-Düsseldorfer inzwischen auch mit der BahnCard 100 nur noch 20% Rabatt, so wie mit allen anderen Bahnfahrkarten auch. Das Angebot für die BahnCard 100 war offenbar nur in der Saison 2014 gültig.

 

Neues von der GDL

Der Tarifkonflikt bei der DB schwelt weiter. Mal wieder haben es GDL, EVG und DB nicht geschafft, sich auch nur auf gemeinsame Verhandlungen zu einigen, wie die Tagesschau berichtet.

Unterdessen verbreitet die GDL mal wieder über ihre „Telegramme“ gefärbte Halbwahrheiten. So behauptete die GDL am 12.11., dass 78% Verständnis für den Streik hätten und bezieht sich dabei auf eine Online-Umfrage des ZDF.

Quelle: Webseite der GDL
Quelle: Webseite der GDL

Leider ist das Ergebnis der Umfrage offenbar nicht mehr auf der ZDF-Seite zu finden. Was aber zu finden ist, ist das Ergebnis einer Online-Umfrage der Tagesschau, bei der 81% äußerten, kein Verständnis für den Streik zu haben.

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Quelle: Webseite der Tagesschau

Auch andere Online-Umfragen wie bei der Aachener Zeitung oder der Stuttgarter Zeitung sprechen eine eindeutige Sprache.

Wie kommen solche krassen Gegensätze zustande?

Solche Online-Umfragen sind nicht repräsentativ und leicht zu manipulieren, das Ergebnis, egal wie es denn ausfällt, also nur wenig aussagekräftig. Aber schon eine nur oberflächliche Recherche fördert etwas besseres zu Tage. Die Zeit hat von einem Meinungsforschungsinstitut eine repräsentative Umfrage durchführen lassen und ist dabei zu folgendem Ergebnis gekommen: „Nur eine Minderheit steht hinter den Streikenden“.

Quelle: Webseite der ZEIT
Quelle: Webseite der Zeit

Infratest Dimap kommt für den ARD Deutschlandtrend zu einem weniger eindeutigen Ergebnis, aber auch bei dieser repräsentativen Umfrage zeigte eine Mehrheit der Befragten kein Verständnis für den Streik.

Grafik direkt von www.infratest-dimap.de eingebunden

Interessant ist auch die Entwicklung. Egal, wohin man schaut, die Zustimmung schwindet, je länger der Konflikt andauert. Infratest berichtet unter dem selben Link, dass einen Monat zuvor die Zustimmung zum Streik noch bei 54% gelegen habe. Bei einem früheren Streik im Jahr 2011 hatten sogar noch fast drei Viertel der Befragten Zustimmung zum damaligen Streik geäußert, ebenfalls laut einer Infratest-Umfrage. Verständlich ist es ja, denn den Lokführern geht es tatsächlich nicht besonders gut.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen aber vor allem eins: Es scheint, dass die GDL schlicht den Bogen ganz gewaltig überspannt.