Archiv der Kategorie: Szenen aus dem Leben

Carry a Laser!

Neulich wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass in dem bekannten Song „Kyrie“ von Mr. Mister der Text „Kyrie Eleison“ klingt wie „Carry a laser“. Aber das ist doch nur ein typischer Fall von einem falsch gehörten Text, so wie „Gopher Tuna“ und viele andere, oder? ODER??

Die verborgene Bedeutung

Tatsächlich ist der Liedtext nicht weniger sinnvoll, wenn man überall „Kyrie Eleison“ (Herr, erbarme Dich!) durch „Carry a laser“ (Trag einen Laser) ersetzt.

Beginnen wir mit dem Refrain:

(Kyrie Eleison / Carry a laser) down the road that I must travel

(Kyrie Eleison / Carry a laser) through the darkness of the night

(Kyrie Eleison / Carry a laser) where I’m going, will you follow?

(Kyrie Eleison / Carry a laser) on a highway in the night

Betrachtet man das Lied als ein Gebet, so bittet also der Sänger darum, der Herr möge sich ihm auf seinem Weg erbarmen. Aber müsste es in der zweiten Zeile dann nicht eher „in the darkness“ heißen? Der Herr soll sich seiner auch in der Dunkelheit, nicht durch die Dunkelheit, erbarmen. Das Licht eines Lasers dagegen leuchtet in der Tat durch die Dunkelheit. Auch die dritte Zeile ergibt mit Laser mehr Sinn. Der Sänger trägt also einen Laser mit sich, wohin er auch geht.

Weiterhin wäre es zumindest im Katholizismus üblich, nicht nur das Erbarmen des Herrn, sondern auch die Hilfe der Heiligen zu erbitten, ginge es hier wirklich um einen Segen für eine Reise. Der Schutzheilige der Reisenden, St. Christopherus, wird jedoch nicht erwähnt.

Ein Edelstein

Einen echten Hinweis auf einen Laser liefert die folgende Liedzeile:

My body burns a gem-like flame

Der erste Laser aus dem Jahr 1960 basierte auf einem Rubin, also einem Edelstein (gem), als aktivem Medium. Mit „gem-like flame“ ist also das Innere eines Festkörperlasers gemeint.

Die Seele der Musik

Die selbe Strophe, die auf den Rubinlaser anspielt, liefert auch einen Hinweis darauf, dass nicht irgendein Laser, sondern der Laser eines CD-Spielers gemeint ist.

My heart is old, it holds my memories

My body burns a gem-like flame

Somewhere between the soul and soft machine

Is where I find myself again

Mit den „memories“ sind hier die auf der CD gespeicherten Daten gemeint. Die beiden letzten Zeilen beschreiben den Prozess der Digital-Analog-Wandlung als Zusammenspiel von Hard- und Software ( „soft machine“ ). Als Ergebnis findet sich in den Daten die Musik und somit der Sänger selbst wieder ( „I find myself again“ ).

Der historische Kontext

Der Song wurde im Jahr 1985 als Single und auf dem Album „Welcome To The Real World“ veröffentlicht. Die CD wurde kommerziell 1982 eingeführt. Der erste tragbare CD-Player, der Sony D-50/D5 Discman, erschien aber erst 1984, ebenso wie das erste CD-Autoradio Pioneer CDX-1.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war es also erstmals für jedermann möglich, tatsächlich einen Laser auf Reisen mitzunehmen und auf dem Highway im Auto Musik von CD zu genießen.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass einiges dafür spricht, dass es tatsächlich „Carry a laser“ heißen sollte und damit der Laser eines tragbaren CD-Players gemeint ist, da es zahlreiche mehr oder weniger offene Hinweise gibt, nämlich

  • die fast nicht verklausulierte Erwähnung eines Rubinlasers,
  • in der selben Strophe eine technische Beschreibung des CD-Abspielvorgangs,
  • das Erscheinen des Lieds direkt nach der Markteinführung des ersten CD-Autoradios und des ersten Discman™ sowie
  • die Nicht-Erwähnung des heiligen Christopherus.

Und schließlich: Was ist wahrscheinlicher? Dass eine Rockband, bei der es sich nicht um einen Kirchenchor handelt, ein Gebet vertont, oder doch eher, dass sie ihre Tonträger bewirbt?

Wilhelm von Ockham würde mir ganz sicher zustimmen.

Von Klopapier und Seife – Corona 1

Während der Corona-Krise schien jeder Mensch nur eins zu brauchen: Klopapier. Als in unserem Vorrat nur noch drei Rollen übrig waren, habe ich ganz naiver Weise versucht, neues Klopapier beim Supermarkt um die Ecke zu kaufen. Der Anruf meiner Mutter hätte mir eine Warnung sein sollen: „Sag mal, ist Krieg und ich habe es nicht mitbekommen? Ich versuche seit zwei Stunden Klopapier zu kaufen!“

Leeres Regal für Klopapier

Nachdem ich in den fünf umliegenden Supermärkten nur leere Regale gefunden habe, entschloss ich mich, das Klopapier im Internet zu bestellen. Doch, oh Wunder, auch dort gab es Lieferschwierigkeiten und als die letzte Rolle angebrochen war und immer noch kein Paket in Sicht war, bin ich erneut auf die Suche gegangen. Ich zog von Geschäft zu Geschäft ohne Erfolg. Netterweise gab es im DM schon den Hinweis im Eingang, dass Klopapier und Seife gerade ausverkauft waren.

Hinweisschild im Eingang des dm

Als ich trotzdem rein ging, flammte meine Hoffnung auf Klopapier kurz auf, da ich dort doch Seife fand.

Währenddessen klingelte ein Paketbote an unserer Haustür und lieferte ein Paket des Toilettenpapierherstellers ab.

Toilettenpapierbestellung mit Taschentüchern

Im DM allerdings hatte ich kein Glück… oder doch? Zu meinem Einkauf habe ich an der Kasse eine Flüssigseife geschenkt bekommen.

Plötzlich gab es doch Seife

So kam ich mit zu viel Seife und zu wenig Papier heim, um dort das Paket zu öffnen.

Im Paket fanden sich 16 statt der bestellten 64 Rollen und als Ersatz vier Großpackungen Taschentücher.

Waschen auf Reisen

Wenn man 4 Monate auf Reisen ist braucht man viel frische Wäsche. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese zu organisieren:

  1. Alte wegschmeißen und neue kaufen (ja es gibt Menschen, die das tun!)
  2. Mit der Hand waschen und im Hotelzimmer aufhängen
  3. Einfach die dreckige Wäsche weitertragen
  4. Waschmaschinen und evtl. Trockner finden.

Wir haben uns für den 4. Weg entschieden und regelmäßig gewaschen, exakt 33 mal in 4 Monaten. (Wenn man Sport macht, kommt schnell viel verschwitze Wäsche zusammen). Fast alle Unterkünfte hatten einen Zugang zu einer Waschmaschine.

Es folgt eine unglaubliche langweilige Liste der benutzen Waschmaschinen mit Bildern.

1. Japan

Kyoto

Der Vermieter des Airbnb hat mir sogar noch die Waschmaschine erklärt, trotzdem hing ich am nächsten Tag ca. 2 Stunden mit dem Google-Übersetzer über dem Bedienpanel, um das Ding endlich ans Starten zu bekommen. Schließlich habe ich gelernt, dass sie nicht startet, wenn der Deckel nicht richtig zu ist und man kräftig drauf hauen muss, damit der Deckel richtig zu ist. Was für ein Waschgang, welche Menge Wasser etc. war mir zu dem Zeitpunkt dann auch egal. Die Wäsche ist auf jeden Fall sauber geworden.

Die Wohnung hatte auch keinen Wäscheständer oder eine Wäscheleine. Zum Glück hatten wir einfach noch ein bisschen Schnur, die wir zwischen zwei glücklich gegenüber hängenden Gardroben hin und her gespannt haben.

Niigata

In allen Hotels, in denen wir in Japan waren, gab es „Coin-Laundries“. Netterweise gab es in der Regel auch Piktogramme, die die Bedienung erklärt haben. Die Preise lagen meistens bei 300-400 Yen, also 2,50 bis 4 Euro. Da man in Japan meistens nur bar bezahlen kann, war es kein Problem Münzen zu bekommen.

Hier in Niigata waren die Waschmaschinen im Onsen. Hier konnte man sich komplett entkleiden, die Wäsche waschen und trocknen lassen, während man sich gebadet hat.

2. Neuseeland

Hamilton

Neuseeländische Häuser sind berühmt dafür, dass sie feucht und undicht sind. Es war etwas blöd während des Regens zu waschen, da die Wäsche im Haus einfach nicht trocken wurde. Nach 2 Tagen warten haben wir für 12 Stunden die Klimaanlage auf heizen gestellt. … Ein Trockner wäre wahrscheinlich sparsamer gewesen.

Gisborne

In Gisborne haben wir gelernt, dass Badewannen in Neuseeland nicht immer einen Überlauf haben. Durch die zwei Wasserhähne an der Badewanne (einen für warm und einen für kalt) läuft gleichzeitig doppelt so viel Wasser in die Wanne wie bei uns in Deutschland. In 5 Minuten war die Wanne voll und in weiteren 5 Minuten stand das Bad ca. 2cm unter Wasser … und damit auch die Waschmaschine, die direkt neben der Badewanne stand.

Badewanne nach dem Überlaufen

Also obwohl wir nur zwei Nächte dort waren mussten wir dann waschen, da wir natürlich in unserer Panik sämtliche vorhandenen Handtücher in das Wasser geschmissen haben.

Die letzten Handtücher, mit denen wir aufgewischt haben.

Auch hier gab es keinen Wäscheständer und die Wohnung war kühl und feucht. Wir haben uns mit Stühlen, Schnur und der heizenden Klimaanlage beholfen.

Improvisierter Wäscheständer

Rotorua und Wellington

Das schöne an Hotels war, dass diese in der Regel große Industriemaschinen haben, in denen man gleich 8-10 kg Wäsche waschen kann. In Neuseeland kann bzw. muss man so gut wie alles mit Kreditkarte bezahlen. Dementsprechend wenig Kleingeld hatten wir im Geldbeutel. In Rotorua konnte man deswegen Waschmünzen an der Rezeption kaufen. In Wellington musste ich tatsächlich noch mal Bargeld abholen, um mir das dann wiederum in passende Münzen wechseln zu lassen. Der Trockner hat unsere Wäsche irgendwie nur 1 Stunde im Kreis gedreht, so dass ich die Wäsche danach noch aufhängen musste. Im Hotelzimmer gab es aber keinen einzigen Kleiderhaken oder Schubladenhaken oder Fenstergriff… so dass ich dann schließlich die Leine im Fenster eingeklemmt und um einen Sessel gewickelt habe.

Auckland

In Auckland hatten wir die modernste Waschmaschine, die ich je gesehen habe. Der Waschtrockner hat die Art der Wäsche und den Trockenbedarf selbstständig erkannt und konstant den Stand der Arbeiten an ein Display übermittelt.

Waschtrockner in Auckland

Die Wäsche ist übrigens nicht sauberer geworden als in den einfachsten Toploadern oder dreckigen Hotelmaschinen.

3. Australien

In Australien waren wir fast nur in Hotels und hatten so Zugriff auf teilweise sehr teure, aber riesige Industriemaschinen. In Melbourne haben wir tatsächlich 11 AUD (ca. 7 Euro) für Waschen und Trocknen bezahlt. In Brisbane haben wir dafür nur 2 AUD bezahlt, aber die Wäsche ist auch nicht trocken geworden.

Am Flughafen von Auckland habe ich übrigens eine Reisewäscheleine erstanden, die sich mit Saugnäpfen fast überall befestigen ließ. Die Zeit der kreativen Stuhl-Fenster-Konstruktionen war damit vorbei.

Wäscheleine zwischen zwei Spiegeln

4. Kanada

Vancouver

In Vancouver konnten wir die Waschmaschinen mit dem „passenden“ Namen „Coinmatics“ nur mit einer Chipkarte bezahlen, die vorher an einem Automaten in einem Supermarkt aufgeladen werden musste. Dieser Automat war noch original aus den 1980er Jahren und hat keine Münzen, sondern nur 5 und 10 Dollarscheine akzeptiert. Sobald die Karte aufgeladen war, ist sie mit ca. 20kmh aus dem Automaten geschossen worden. Da der Automat extrem tief hing, ist die Karte immer in meiner Magengegend gelandet.

Toronto

In Toronto waren wir in einem Hotel, in dem wahrscheinlich mehr Menschen waren, als in vielen Kleinstädten in Kanada leben. Die Waschmaschinen waren dort „sinnvollerweise“ in den Kinderumkleiden im Kinderschwimmbad untergebracht. Dieses war auch noch in einem anderen Turm als unser Zimmer, so dass ich für den Weg zur Waschmaschine ca. 10 Minuten gebraucht habe.

Zu dem Zeitpunkt war das Neuseeländische Waschmittel aufgebraucht, so dass ich auf den Waschmittelautomaten zurück gegriffen haben. Statt Waschmittel habe ich einmal Bleiche und einmal Trocknertücher bekommen. Die Bleiche habe ich auch noch versehentlich in die Wäsche gekippt. Sie hat aber wirklich nichts gebleicht!

Waschmaschinen, Trockner und Waschmittelautomat in der Mädchenumkleide in Toronto

Tierfotos – Teil 2

Es folgt die zweite ungeordnete Liste, der Tiere, die wir auf der Reise getroffen haben.

1. Ibisse – Australien

Ibisse sind meiner Meinung nach die hässlichsten Tiere, die wir getroffen haben. Allerdings sehen sie auch recht lustig aus. Eigentlich leben die Tiere in Feuchtgebieten am Meer. Da diese in Australien aber immer weniger werden, haben sich viele Ibisse von Fisch auf Müll verlagert und sind in die Städte gezogen.

2. Papageien – Australien

Insbesondere Adelaide war voll von wilden Papageien. Im Grüngürtel um die Stadt leben mehrere Kolonien verschiedener Papageienarten, die vor allem dafür sorgen, dass die Wiesen konstant umgegraben werden.

3. Koalabären – Australien

Diese Tiere sind schon extrem süß und die meiste Zeit sehr entspannt. Ein Koalabär schläft ungefähr 20 Stunden am Tag auf einem Baum. Leider haben auch diese Tiere in Australien große Probleme, da ihre Territorien immer kleiner werden. Wir waren in einem kleinen Park, wo Geld für die Koalabären gesammelt wurde indem man Fotos von sich mit einem Bären schießen lassen konnte. Ich glaube, die Tiere hat das aber einfach nur gestresst. Angeblich halten Sie die Menschen für einen Baum. Auf einem Baum schlafen sie aber sofort ein… bei uns auf dem Arm nicht.

4. Schlangen – Australien

Australien ist berühmt für giftige Schlangen. In der Wildnis haben wir allerdings keine gesehen. Auf einem Markt konnte wir ein paar Pythons auf den Arm nehmen und das war überraschend angenehm.

5. Flughunde – Australien

Wirklich beeindruckend waren die Flughundkolonien in Australien. Die Flughunde schlafen tagsüber in den Bäumen drehen nachts ihre Runden. Anders als unsere Fledermäuse ernähren, sich die Flughunde in Australien ausschließlich von Früchten.

Leider sind die Tiere sehr gefährdet. Im letzen Sommer sind die ca. 1/3 der Flughunde von Cairs gestorben, da es über 41 Grad wurde.

6. Eichhörnchen – Kanada

Kanada ist eigentlich berühmt für Bären. Aber da wir die meiste Zeit hier in den Städten waren, haben wir leider keine gesehen. Dafür aber an vielen Stellen sehr niedliche Eichhörnchen.