Archiv für den Monat: August 2013

Luxemburg mit der Bahn, Teil 3: Drink & Drive

Am dritten Tag der Luxemburg-Tour stand der Norden auf dem Programm. Die Linie 10 der CFL führt bis zur belgischen Grenzen nördlich von Ulflingen (luxemburgisch Ëlwen, französisch Troisvierges). Es gibt durchgehende Züge bis Lüttich und weiter. Zur Linie 10 gehören auch zwei Stichstrecken, die anders als im Fall der am zweiten Tag befahrenen Linie 60 ohne zusätzlichen Buchstaben auskommen müssen. Die von Luxemburg Stadt aus kommend erste zweigt in Ettelbrück nach Diekirch ab, die zweite in Kautenbach nach Wiltz. Das Grundangebot besteht aus stündlichen InterRegio-Zügen von Luxemburg nach Troisvierges, die alle zwei Stunden weiter nach Belgien fahren, und stündlichen Regionalbahnen von Luxemburg nach Wiltz, die in Ettelbrück Anschluss nach Diekirch haben. Von Montag bis Samstag kommen noch stündliche IR von Luxemburg direkt nach Diekirch und stündliche RB von Luxemburg nur bis Ettelbrück hinzu. Die beiden IR und RB ergänzen sich jeweils zu einem Halbstundentakt.

Die erste Fahrt des Tages führte uns von Luxemburg mit einem der direkten IR nach Diekirch. Gefahren wurde mit einem der zweiteiligen Triebwagen, wie wir sie bereits vom zweiten Tag der Tour kannten.

IR nach Diekirch
IR nach Diekirch

Bei der Ankunft in Diekirch sieht man schon direkt im Hintergrund…

Der Bahnhofsvorplatz in Diekirch
Der Bahnhofsvorplatz in Diekirch

… die nach der Stadt benannte, in Luxemburg sehr bekannte Brauerei.

Brauerei Diekirch
Brauerei Diekirch

Der Nobbe wollte die Brauerei besuchen und fand heraus, dass es zumindest ein Brauereimuseum geben sollte. Nach ein wenig Suchen fand sich dieses jedoch nicht bei der Brauerei. Stattdessen fanden wir die Wagenfabrik Wagner.

Wagenfabrik Wagner
Wagenfabrik Wagner

Die ehemalige Wagenhalle beherbergt heute ein Museum. Im Erdgeschoss befindet sich eine Ausstellung gut gepflegter, historischer Automobile…

Zwei Autos im Museum Diekirch
Zwei Autos und ein Motorrad im Fahrzeugmuseum Diekirch

… mit Infotafeln, deren Zusammenhang zu den Fahrzeugen sich nur teilweise erschließt.

Infotafel im Fahrzeugmuseum Diekirch
Infotafel im Fahrzeugmuseum Diekirch

Außer weiteren Fahrzeugen wie diesem, die sich schon seinerzeit wohl eher an eine gehobene Kundschaft richteten, …

Auto im Fahrzeugmuseum Diekirch
Auto im Fahrzeugmuseum Diekirch

… gehörten auch Nutzfahrzeuge wie dieses 95 km/h schnelle Elektromobil ins Programm.

95 km/hElektromobil

Vielleicht war das Schild aber auch auf ein anderes Fahrzeug bezogen, das rechts daneben stand, wir wissen es nicht genau. Modellbusse waren auch noch Teil des Sortiments.

Modellbus mit "Gay Hostess"
Modellbus im Fahrzeugmuseum Diekirch

Aber schließlich fanden wir im ersten Stock des Gebäudes …

Diekirch - La Bière du Grand Duche
Das Bier des Großherzogs

… das Bier-Museum! Die Kombination aus Fahrzeug- und Bier-Museum ist wohl die merkwürdigste, wie sie mir bisher untergekommen ist.

Nach dem Museumsbesuch erkundeten wir den Rest der Stadt, die sich als ausgesprochen schmuck erwies.

Stadtbild in Diekirch
Stadtbild in Diekirch

Sogar die Street Art sieht hier besser aus als anderswo.

Street Art Diekirch
Street Art Diekirch

Doch das auffälligste an Diekirch sind die zahlreichen Esel, die es auf einen Brunnen, …

Eselbrunnen in Diekirch
Eselbrunnen in Diekirch

… noch einen Brunnen, …

Goldeselbrunnen in Diekirch
Goldeselbrunnen in Diekirch

… in einen Park und …

Park mit Eseln in Diekirch
Park mit Eseln in Diekirch

… sogar auf eine Kirchturmspitze (!) geschafft haben.

Kirchturm mit Esel in Diekirch
Kirchturm mit Esel in Diekirch

Letzeres führte, wie uns von Einheimischen berichtet wurde, zu einem handfesten Skandal, denn der Esel auf der Kirchturmspitze wurde ohne Zustimmung der luxemburgischen Denkmalbehörde angebracht. Während man bei der Behörde die ohne Genehmigung erfolgte Änderung an einem denkmalgeschützten Gebäude anmahnt, scheint die Bevölkerung von Diekirch aber sehr zu dem Esel auf der Spitze zu stehen.

Doch wie kommt es überhaupt zu den vielen Eseln? Ein Besuch bei der Touristeninformation brachte uns die Erklärung. Genaugenommen sogar zwei davon.

Die erste Variante lautet, dass beim Bau der Eisenbahn in den Norden von Luxemburg Diekirch als Eisenbahnknotenpunkt in Erwägung gezogen wurde, sich die Bevölkerung aber gegen den Bau der Bahn aussprach. Von den Luxemburgern wurden die Diekircher daraufhin als Esel verspottet, die sich den Zeichen der Zeit verschlössen.

Die zweite Variante ist, dass der Esel in Diekirch eine große Rolle als Nutztier spielte, weil die steilen Hänge, an denen früher noch Weinbau betrieben wurde, anders nicht zu bewirtschaften waren.

Wer genau wissen will, welche Variante die richtige ist, dem empfehle ich, mal nach Diekirch zu fahren, die Stadt zu genießen und das Gespräch mit den freundlichen Leuten dort zu suchen.

Wir setzten uns dann jedenfalls zwei Stunden später als geplant wieder mit dem Zug in Bewegung zu unseren nächsten Stationen, nämlich…

WiltzKautenbach

… Wiltz und Kautenbach. In Kautenbach zweigt die nördliche der beiden Stichstrecken ab, eben die nach Wiltz. Wir fuhren ab Ettelbrück mit einer durchgehenden RB nach Wiltz und machten in Kautenbach erst auf dem Rückweg Station. Zwischen Kautenbach und Wiltz liegen noch zwei Bedarfshalte, einer davon mit dem schönen Namen Paradiso. Es schien aber an dem Tag kein Bedarf zu bestehen. Wir genossen die Landschaft und schenkten uns die Stadt Wiltz, denn um die vom Bahnhof aus zu erreichen wäre wohl noch eine Busfahrt erforderlich gewesen. Von Kautenbach sollte es dann weiter nach Norden gehen, wobei davor noch etwas Zeit war, die Landschaft zu fotografieren.

Die Wiltz bei Kautenbach
Die Wiltz bei Kautenbach

Die Bahnstrecke schlängelt sich durch das Tal des Flüsschens Wiltz, das von der gleichnamigen Stadt über Kautenbach weiter nach Süden fließt. Nach Norden folgt die Bahn dem Tal der Clerve.

Kautenbach vom Bahnhof aus gesehen
Kautenbach vom Bahnhof aus gesehen

Von Kautenbach ging es dann mit einem internationalen IR weiter. Ziel des Zuges ist das belgische Liers, etwas nördlich von Lüttich/Liège.

IR nach Liers
IR nach Liers

Die internationalen IR werden von Mehrsystemlokomotiven der CFL-Serie 3000 bespannt, die baugleich mit den belgischen Loks der SNCB-Serie 13 sind. Unser Zug bestand aus einem 1.-Klasse- und zwei 2.-Klasse-Wagen, der Zug für die Rückfahrt hatte einen 2.-Klasse-Wagen mehr.

Unser Ziel war der nördlichste Bahnhof in Luxemburg, der von Ulflingen bzw. Troisvierges.

Bahnhof Troisvierges
Bahnhof Troisvierges

Der Bahnhof machte einen sehr gepflegten Eindruck, von außen wie von innen.

Bahnhofshalle Troisvierges
Bahnhofshalle Troisvierges

Dummerweise wurde die Halle kurz nachdem dieses Foto entstand, aber noch bevor wir zurückkamen um uns einen Kaffee zu ziehen, geschlossen. Wie überaus ungeschickt.

Clerveaux
Clerveaux

Wir mussten also ohne Kaffee zurück fahren. Aus dem Zug heraus gelang noch dieser Schnappschuss auf die Pfarrkirche von Clerveaux (Clerf), die an uns vorbeigezogen wurde. Zurück im Süden ergab sich in Luxemburg kurz vor Erreichen des Bahnhofs übrigens auch noch ein schöner Ausblick vom Clausenviadukt, das die Bahnstrecke trägt, auf die Stadt.

Luxemburg vom Clausenviadukt aus gesehen
Luxemburg vom Clausenviadukt aus gesehen

Im weiteren Verlauf des Abends stand noch die Linie 50 auf dem Programm.

RB der Linie 50 nach Kleinbettingen
RB der Linie 50 nach Kleinbettingen

Ein Absatz für Kenner: Die Linie 50 hat die Besonderheit, dass sie im Gegensatz zum restlichen Luxemburger Netz, das mit 25 kV/50 Hz elektrifiziert ist, mit 3 kV Gleichstrom betrieben wird. Die dort eingesetzten Doppelstockzüge vom Bombardier werden daher nicht von den in Luxemburg als Serie 4000 bezeichneten Bombardier TRAXX gezogen, sondern von der bereits oben genannten Serie 3000. Die luxemburgischen TRAXX sind nur für 25 kV und die deutschen 15 kV/16⅔ Hz geeignet und können daher nicht auf der Linie 50 fahren. Außerdem ist die Linie 50 offenbar noch nicht mit ETCS Level 1 ausgestattet, dass sich in Luxemburg sonst überall zusätzlich zum heute veralteten Crocodile findet.

Im Vergleich zur Linie 10 ist die 50 allerdings landschaftlich eher unspektulär. Von daher verabschiede ich mich an dieser Stelle noch mit einem Blick vom letzten Bahnhof der Linie 50 auf luxemburgischem Gebiet, Kleinbettingen, nach Belgien.

Strecke von Kleinbettingen nach Belgien
Strecke von Kleinbettingen nach Belgien

Der Fahrplan:

Luxembourg      ab 10:45  IR Linie 10
Diekirch        an 11:15
                ab 14:20  RB
Ettelbruck      an 14:25
                ab 14:28  RB
Wiltz           an 14:57
                ab 15:05  RB
Kautenbach      an 15:18
                ab 15:53  IR
Troisvierges    an 16:16
                ab 16:45  IR
Luxembourg      an 17:44
                ab 18:47  RB Linie 50
Kleinbettingen  an 19:06
                ab 19:15  RB
Luxembourg      an 19:33

Closing Session

Am Ende jeden Kongresses gibt es immer noch eine große Closing Session mit einer Reihe von “Pep Talks” die einem das Gefühl geben, dass die Welt gut wird, wenn nur alle Bibliothekare weiter so zusammenarbeiten wie in diesem Kongress.

Das wichtigste ist aber die Bekanntgabe des übernächsten Tagungsortes, die immer mit einer großen Videopräsentation vorgestellt wird.

 

Vorher machen Franzosen machen sich fertig passend zu winken um die IFLA 2014 in Lyon zu begrüßen:

 

Dieses Jahr fällt die Closing Session wie alle 2 Jahre mit dem IFLA Präsidentinnenwechsel zusammen und als Abschluss gibt es “Standin Ovations” für Ingrid Parent und eine mit Musik unterlegte Fotoshow der wichtigsten Momente in ihrer Präsidentschaft. 

Darüber hinaus gibt es Preise für die besten Newsletter und Poster.

Das am schlechtesten gehütete Geheimnis dieses Kongresses war der Austragungsort 2015:

Kapstadt in Südafrika

Ich freue mich schon jetzt auf Wein (liquid art), Pinguine und Klippschläfer.

Nächstes Jahr geht es aber erstmal nach Lyon, was dann noch mit einem stimmungsvollem Video präsentiert wird.

Die Begrüßung des französischen Nationalkommittees ist natürlich auf französisch, aber netterweise so deutlich und langsam, dass man mit wenig Französisch noch folgen kann.

Nachdem dann noch mal ausführlich den Volunteers gedankt wurde darf die neue Präsidentin Sinikka Sipilä das Wort ergreifen und ihr Thema: Starke Bibliotheken, starke Gesellschaften vorstellen.

Dabei teilt sie Ihre Erfahrungen mit dem Bibliothekssystem aus Finnland. Ein Land dass sich aus einem arme Land zu einem der reichsten und gerechtesten Länder mit der Hilfe von Bibliotheken und guten Schulsystem geworden ist.

Die Lösung für viele Probleme ist so offensichtlich und einfach, dass man sich fragt warum diese Lösung bei uns nicht gegangen wird.

Abbau von allen baulichen und finanziellen Barrieren zum Zugriff auf Informationen!

 

P.S.: Alle Fotos wurden aus Twitter oder Facebook geklaut. Was damit in Kürze passieren kann hat Andreas ja gut erklärt im Artikel <img>, also schnell lesen und hoffen dass noch die richtigen drin sind 😉

Niemand hat die Absicht

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten — Walter Ulbricht

Und natürlich hat auch niemand die Absicht, in Großbritannien einen Überwachungsstaat zu errichten. Aber es braucht nach den Einschüchterungen gegen den Guardian, hinter denen nach Presseberichten direkt der britisiche Premier stehen soll, keine Verschwörungstheorie mehr, um zumindest die Gefahr als real zu erkennen, dass der geplante britische Pornofilter nicht nur Porno filtern wird.

Es braucht nicht den weiten Weg nach China um zu sehen, wohin es führen kann, wenn erst einmal die Infrastruktur für Websperren da ist. In Finnland ist ähnlich wie auch in anderen skandinavischen Ländern seit einiger Zeit ebenfalls ein Webfilter aktiv. im Gegensatz zur geplanten britischen Variante soll der finnische Filter nur illegale Pornographie filtern. Offenbar gab es auf den Seiten, die auf den Sperrlisten für den finnischen Webfilter verzeichnet waren, jedoch größtenteils gerade keine kinderpornographischen Inhalte, sondern es wurde sogar versucht, unliebsame, politische Inhalte zu unterdrücken.

Aber wie ist das bei uns? Deutschland hatte die Spiegel-Affäre und das Zugangserschwerungsgesetz ist wieder vom Tisch.

Dennoch müssen wir aufpassen, dass wir nicht schlafwandelnd in eine Überwachungsgesellschaft geraten. Bei der IFLA/FAIFE wurde darüber schon letztes Jahr gesprochen, aber die Thematik ist aktueller denn je.

Street Art in Diekirch, Luxemburg
Street Art in Diekirch, Luxemburg

Untergrund

Seit gestern fühle ich mich wirklich in Singapur angekommen. Ich kenne jetzt den unterirdischen Weg vom Hotel bis zum Konferenzzentrum. Das ermöglicht einen sich den gesamten Tag in einem vollkommen künstlichen Klima aufzuhalten und auch der störenden Sonne erfolgreich zu entkommen. Gut gekühlt, angenehm durch Neonlicht erleuchtet und auf wirklich komplett sauberen glänzenden Boden kann man sämtlichen störenden Einflüssen der richtigen Welt entkommen. Zwischen Sitzungen in komplett fensterlosen Besprechungsräumen und Mittag und Abendessen im angeschlossenen Einkaufszentrum bleibt man unbeeinflusst von tropischen Klima und solchen verstörenden Dingen wie Regen oder Sonnenschein, Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang.

Damit man seinen Weg nicht verliert wird man über die verschiedenen Schilder von Shoppin Mall zu Shopping Mall geleitet:

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Etwas später habe ich dann noch den Plan entdeckt:

 

Unterirdisch gibt es natürlich unendlich viele Geschäfte mit wichtigen Dingen für den täglichen Bedarf wie Taschen von Gucci, Luis Vuiton, Brillen von Prada, Mäntel von Burberry, Schokolade in allen Formen von Herscheys, Popcorn in 30 Varianten und einzelnen Cookie Geschäften:

 

DSC02986

 

Auch wenn man an vielen Stellen rauf und runter gehen muss gibt es an jeder Stelle mehr als ausreichend Rolltreppen die einen sicher rauf und runter fahren so dass nie auch nur eine Stufe genommen werden muss.

Spaß mit <img>

Das HTML-Tag <img> ist eine tolle Sache. Ohne es gäbe es keine Bilder auf Webseiten. In dem Tag gibt man die URL an, an der sich die anzuzeigende Bilddatei befindet. Meistens befindet sich das Bild auf dem selben Web-Server wie die Seite, aber nicht immer. Man kann sogar fremde Bilder auf eigene Seiten einbinden. Und genau dort beginnt der Spaß!

Triskel
Ein Triskel

Vor einigen Jahren, als ich noch Doktorand in Dublin war, habe ich mal für meine Forschung einen Algorithmus mit dem Namen Triskel geschrieben. Das Triskel (oder die Triskele) ist ein dreiteiliges Zeichen, dass sich in Irland vielfach findet, zum Beispiel an der steinzeitlichen Anlage in Newgrange. Später wurde es von den Kelten verwendet und noch später von Christen als Dreifaltigkeitssymbol gedeutet. Weil die Zahl 3 bei meinem Algorithmus eine Rolle spielt, habe ich den Namen gewählt und zur Illustration ein Bild (siehe oben) gezeichnet, das man immer noch auf meiner Homepage findet.

Das Triskel als keltisches Symbol erfreut sich auch als Avatar in einschlägigen Internetforen einer gewissen Beliebtheit. Und weil ein Teilnehmer eines französischsprachigen Forums mein Triskel wohl ganz gut fand, hat er es verwendet. Und zwar, indem er direkt das Bild von meiner Seite aus eingebunden hat, wie ich schon vor einiger Zeit in meinen Server-Logs gesehen haben. Da das <img>-Tag nun einmal so funktioniert wie es funktioniert, hat das auch ganz gut geklappt. Zumindest bis heute Abend. Heute Mittag sah das Forum jedenfalls noch so aus:

Screenshot: Französisches Rollenspiel-Forum mit von mir gezeichnetem Triskel
Screenshot: Französisches Rollenspiel-Forum mit von mir gezeichnetem Triskel

Bis jetzt hat mich das auch nicht weiter gestört. Heute habe ich aber mal wieder meine Logfiles durchgesehen und festgestellt, dass mein Triskel jetzt auch in einem Blog verwendet wird, das sich mit Esoterik und vor allem Tarot befasst.

Screenshot: Französisches Tarot-Blog mit meinem Triskel
Screenshot: Französisches Tarot-Blog mit meinem Triskel

Und jetzt war mir nach ein bisschen Spaß. 🙂 Die Gefahr, wenn man als Web-Autor ein Bild von einer fremden Seite einbindet, besteht offensichtlich darin, dass man diese Bilddatei nicht unter Kontrolle hat. Zum Beispiel könnte das Bild aus dem Netz genommen werden. Dann ist es weg. Aber das Bild könnte auch unter dem selben Namen mit etwas völlig anderem ersetzt werden. Und so hat man auf einmal einen Katzen-Avatar…

Screenshot: Foreneintrag mit Grumpy Cat-Avatar
Screenshot: Foreneintrag mit Grumpy Cat-Avatar

… oder Strauchratten-Content auf seiner Webseite.

Screenshot: Französisches Tarot-Blog mit Degu
Screenshot: Französisches Tarot-Blog mit Degu

Schlimmstenfalls kommen sogar kubanische Revolutionäre zu Besuch und zerschießen einem das Layout.

Estudio, Trabajo, Fusil (Studieren, Arbeiten, Schießen!)
Estudio, Trabajo, Fusil (Studieren, Arbeiten, Schießen!)

Und die Moral von der Geschicht: Fremde Bilder linkt man nicht! 🙂

Wer sich den aktuellen Zustand des Dramas anschauen will, schaue dort:

 

Cultural Evening

Highlight jeder IFLA ist der Cultural Evening. An einem Abend werden immer alle 3-5.000 Bibliothekarinnen und Bibliothekare zu einem großen Fest mit Essen, Musik und Tanz geladen.

Diesmal ging mit ca. 100 Bussen nach Sentosa in den Tajong Beach Club.

Hier wartete schon Tiger Beer auf die ersten Ankömmlinge mit freiem Bier. (Was sich bei einem Bierpreis von 13 SG Dollar wirklich gelohnt hat).

Das Moderatoren Team der Singapurischen Nationalbibliothek hat dabei tüchtig Stimmung gemacht:

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Bis 7 durfte man noch ins Meer, dann hatte der Lifegard frei und nur noch der Pool war zu benutzen. Angesichts der 35 Grad und 99% Luftfeuchtigkeit nicht die schlechteste Alternative.

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Es gibt noch eine ganze Reihe von viel schöneren Fotos http://www.flickr.com/photos/ifla/sets/72157635159693941/.

Luxemburg mit der Bahn, Teil 2: Kanton Esch

Anmerkung für weniger Bahninteressierte: Nach dem Bahn-Teil folgt noch was über die Stadt Esch-sur-Alzette und ein völlig außerhalb des Kontexts stehender Musik-Tipp.

Der zweite Teil der Luxemburg-Tour war für den Südwesten Luxemburgs vorgesehen, sprich den Kanton Esch-sur-Alzette und die Linie 60 Luxemburg–Esch–Rodingen/Rodange mit ihren Zweiglinien 60a, 60b und 60c der CFL. Die Linie 60 ist die längere der beiden Verbindungen von Luxemburg zur belgischen Grenze bei Rodange, die kürzere Linie 70 war am Vortag im Programm. Die Linie 60 bedient die zweitgrößte Stadt Luxemburgs, Esch-sur-Alzette, mit etwa 30.000 Einwohnern und es verzweigen von ihr drei Stichstrecken. Zwei davon, die 60a und die 60c, enden kurioserweise in Frankreich, ohne aber eine Verbindung zum restlichen französischn Eisenbahnnetz zu haben. Die Geschichte dahinter ist bei beiden sehr verschieden.

Zunächst wurde von uns die Linie 60a nach Volmerange-les-Mines in Frankreich bereist. Da es keine durchgehenden Züge von Luxemburg Stadt gibt, muss man in Bettemburg umsteigen. Den Weg von Luxemburg dorthin legten wir mit einem der Züge der Linie 60 zurück, die alle 15 Minuten fahren und aus neuen, lokbespannten Bombardier-Doppelstockzügen gebildet werden, also praktisch dem, was man aus Deutschland auch kennt.

Bombardier-Doppelstockzüge in Luxemburg
Bombardier-Doppelstockzüge in Luxemburg

Die Stichstrecken werden von zweiteiligen Elektrotriebwagen der CFL Serie 2000, gebaut Anfang der 90er Jahre von de Dietrich (heute Alstom), bedient. Ein solcher Zug brachte uns nach Volmerange.

CFL 2012 in Volmerange-les-Mines
CFL 2012 in Volmerange-les-Mines

An der Endstation Volmerange-les-Mines ist außer einem Stumpfgleis nicht viel zu finden.

Station Volmerange-les-Mines
Station Volmerange-les-Mines

Die Strecke wurde von Luxemburg aus Anfang der 2000er Jahre über die Grenze nach Frankreich verlängert, endet aber noch außerhalb des eigentlichen Orts Volmerange.

So sehen die Triebwagen von innen in der 2. Klasse …

CFL Serie 2000 Innenraum 2. Klasse
CFL Serie 2000 Innenraum 2. Klasse

… und so in der 1. Klasse aus.

CFL Serie 2000 Innenraum 1. Klasse
CFL Serie 2000 Innenraum 1. Klasse

Das Tarifsystem in Luxemburg ist sehr einfach: Es gibt nur Kurzzeit- und Tageskarten. Eine Kurzzeitkarte kostet 2 € und gilt 2 Stunden, egal wohin. Eine Tageskarte kostet 4 € und gilt bis 8 Uhr am nächsten Morgen im ganzen Netz. Der Aufpreis für die 1. Klasse beträgt 2 €. Ob dieser Schnäppchenpreise waren wir die ganze Zeit erstklassig unterwegs, auch wenn in den meisten Zügen der größte Unterschied zwischen der 1. und 2. Klasse nur die Farbe der Sitzbezüge ist.

Den Rückweg nach Bettemburg unterbrachen wir in der Stadt mit dem schönen Namen Düdelingen (luxemburgisch Diddeleng, französisch Dudelange), das mit einem sehr schmucken Stadtzentrum aufwarten kann.

Das Rathaus von Dudelange
Das Rathaus von Dudelange

Die zweite Stichstrecke, Linie 60b von Noertzange nach Rumelange, wird nur unter Woche und nur während der Hauptverkehrszeiten mit insgesamt 6 Zugpaaren täglich bedient. In Rumelange befindet sich Industrie mit Bahnanschluss, aber an diesem Tag war absolut nichts los, was wohl dem Brückentag in Luxemburg geschuldet war.

Der dritte und letzte Zweig, Linie 60c, ist wieder eine internationale Verbindung und führt von Esch-sur-Alzette nach Audun-le-Tiche in Frankreich. Anders als in Volmerange-les-Mines ist das Personenzuggleis in Audun nur ein klägliches Überbleibsel von ehemals ausgedehnten Bahnanlagen mit Anbindung an das französische Netz.

Audun-le-Tiche
Audun-le-Tiche

Die Hochbrücke ganz im Hintergrund des obigen Fotos gehört zu einer stillgelegten französischen Strecke. Im Rücken des Betrachters, wo heute ein Prellbock ist, führte die Strecke in einem weiten Rechtsbogen auf die Brücke. Von der Brücke selbst gibt es mangels Zeit von mir leider nur ein aus dem fahrenden Zug heraus geschossenes Gegenlicht-Foto, das nur ansatzweise einen Eindruck davon vermitteln kann, wie riesig und gleichzeitig heruntergekommen diese Brücke ist.

Brücke in Audun-le-Tiche
Brücke in Audun-le-Tiche

Sonst führt die Strecke von Audun nach Esch praktisch nur an Schotterwüsten und Industriebrachen vorbei, die teils einen recht spukhaften Charme versprühen.

Industriebrache zwischen Esch und Audun

Ehemaliges Stellwerk in Audun-le-Tiche

Spuk zwischen Audun-le-Tiche und Esch-sur-Alzette
Spuk zwischen Audun-le-Tiche und Esch-sur-Alzette

Als Kontrastprogramm dazu kann man entlang des weiteren Verlaufs der Linie 60 zwischen Esch und Rodange ein gutes Beispiel für den Strukturwandel finden. Auf einem ehemaligen Industrieglände in Belval wurde und wird gebaut. Hier befindet sich unter anderem ein neu gebauter Campus der Universität Luxemburg.

Belval
Belval

Das ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert, denn die Universität Luxemburg existiert erst seit 2003. Zwar gab es vorher einzelne Forschungs– und Lehreinrichtungen auf Universitätsniveau, aber die Mehrheit der luxemburgischen Studenten war auf ausländische Hochschulen angewiesen.

Widmen wir uns nun noch der Stadt Esch an der Alzette.

Esch/Alzette
Esch/Alzette

Nebem dem Bahnhof findet sich diese futuristische, wenn auch aus der Nähe betrachtet leicht verranzelte Überführung.

Fußgängerbrücke in Esch-sur-Alzette
Fußgängerbrücke in Esch-sur-Alzette

Ansonsten muss man aufpassen, dass die Stadt einen nicht umbringt.

Geschäft in Esch-sur-Alzette
Geschäfte in Esch-sur-Alzette

Oh this town
kills you when you are young — Broder Daniel

aus dem Lied “Shoreline“, Text: Henrik Berggren

Genaugenommen sind es auf dem Bild sogar gleich zwei Geschäfte, die einen umbringen wollen, denn das Schild ganz links gehört schon nicht mehr zu Electro-Kill, sondern zur Patisserie Kill. Und deswegen gibt es dazu passend den Hinweis, dass, wer die Electro-Kill-Version von Shoreline nicht mag, sich die Version von Anna Ternheim anhören möge.

Erreicht man die Innenstadt von Esch lebend, so ist es da wirklich nett. Nur ist der Fluss Alzette nirgends zu sehen. Wie ich später herausgefunden habe, ist der Fluss überbaubt. Die Rue de l’Alzette befindet sich über der Alzette, womit die Präposition sur im französischen Ortsnamen dann doch gleich eine ganz neue Bedeutung gewinnt.

Rue de l'Alzette
Rue de l’Alzette

Ein Problem gibt es in Esch allerdings. Sämtliche Restaurants haben von 14–17 Uhr geschlossen, außer den Dönerläden.

Ansonsten besticht Esch an der Alzette durch die Architektur des Historismus, Jugendstil und Art Deco. Die Erklärung im einzelnen überlasse ich aber lieber dem luxemburgischen Fremdenverkehrsamt und der Broschüre über den Architektur-Rundweg in Esch-sur-Alzette und verabschiede mich mit ein paar Detail-Aufnahmen.

MerkurZeusDionysosWeisheitZiegenkopfPrinzessin

Der Vollständigkeit halber noch der Fahrplan:

Luxembourg            ab 10:20  RB Linie 60
Bettembourg           an 10:32
                      ab 10:34  RB Linie 60a
Volmerange-les-Mines  an 10:48
                      ab 11:02
Dudelange-Centre      an 11:18
Dudelange-Ville       ab 12:20
Bettembourg           an 12:26
                      ab 12:32  RB Linie 60
Rodange               an 13:15
                      ab 13:36  RE Linie 60
Esch-sur-Alzette      an 14:02
                      ab 16:47  RB Linie 60
Noertzange            an 16:54
                      ab 17:10  RB Linie 60b
Rumelange             an 17:19
                      ab 17:25
Noertzange            an 17:34
                      ab 17:51  RE Linie 60
Esch-sur-Alzette      an 17:58
                      ab 18:03  RB Linie 60c
Audun-le-Tiche        an 18:08
                      ab 18:22
Esch-sur-Alzette      an 18:27
                      ab 18:32  RE Linie 60
Luxembourg            an 19:05

Bibliography Session

Heute war die Open Session der Bibliography Section der ILFA.

Wir haben es geschafft vier Redner von ganz verschiedenen Ländern und Hintergründen zu gewinnen, die über ihre jeweiligen Nationalbibliografischen Aktivitäten berichtet haben.

Erste Vortragende war Swagna Banerjee, Professorin der Bibliothekswissenschaft aus Indien, die eine Studie vorstellte die gemeinsam mit ihren Studenten und Bibliothekaren der Nationalbibliothek aus Kalkuta entstanden war:

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AHAS, Shahina P. and BANERJEE, Swapna The Indian National Bibliography: today and tomorrow

Die indische Nationalbibliografie verzeichnet dabei nicht nur alle Publikationen Indiens sondern macht das auch noch 22 verschiedenen Nationalsprachen und 13 verschiedenen Schriften. Alle Titel werden dabei im Unicode verzeichnet und dann alphabetisch sortiert. Was mich dabei überrascht hat, dass es nur eine alphabetische Sortierung Weltweit gibt und zwar die uns bekannte nach dem römischen Alphabet. Andere Buchstaben werden dann nach ihrem Laut in die Sortierung aufgenommen, so dass es dann doch einige Unterschiede in verschiedenen Ländern geben kann.

Frau Afsneh Teymourikahni hat eine Nutzerbefragung der Iranischen Nationalbibliothek vorgestellt:

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TEYMOURIKHANI, Afsaneh and AKBARI-DARYAN, Saeedeh Future National Bibliography of the Islamic Republic of Iran (NBI): the users’ perspective

Interessant war festzustellen, dass auch dort die Nutzer am liebsten die Einschlitzsuche im Katalog verwenden und nicht wissen wie sie eine erweiterte Suche bedienen sollen. Als Kategorien für die Einschränkung wurde hier am meisten eine Unterscheidung nach Medientyp gewünscht um die schnell zugänglichen Onlineressourcen direkt auswählen zu können.

 

Carsten Andersen vom DBC (Danish Bibliographic Centre) hat das neue Data Well des Centers vorgestellt.

The Danish scenario: taking Danish National Bibliography reuse to the next level CARSTEN H. ANDERSEN (DBC, Copenhagen, Denmark)

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Der Data Well hat als Basis die Nationalbibliographischen Daten. Durch verschiedene Webservices können Bibliotheken diese Daten nachnutzen und anreichern. Besonders interessant ist, dass auch Verlage diese Daten anreichern können und so diese Daten als Zugriff auf eine Masse von verschiedenen Digitalen Ressourcen dienen. Bibliotheken können dann direkt mit den Daten den Nutzern auch einen Zugriff auf die Ebooks, Audiobooks, Musik und weiteres anbieten.

Hege Stensrud stellte verschiedene norwegische Spezialbibliographien vor und erläuterte wie diese auf die Nutzerbedürfnisse angepasst werden können.

STENSRUD HØSØIEN, Hege and HOLE, Irene Opening up the bibliographies for the future – a collaborative research-driven model for bibliographies

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