Archiv der Kategorie: Szenen aus dem Leben

Unser erster Auftritt des Jahres

 

Am ersten Sonntag des Stadtfestes von Tarragona kommen vier der besten Castells-Vereine zusammen um sich in den Turmbauten zu überbieten. Unser Verein war natürlich dabei!

Aktuell liegt unser Verein knapp auf Platz 2 der Rangliste. Der Auftritt am Sonntag war somit sehr wichtig, um den Platz zu halten, da die Konkurrenten für die Position auch dort waren. Darüber hinaus war es ein Heimspiel. Für Fußballbegeisterte: Stellt euch vor in Dortmund spielen Bayern München, Schalke, Borrussia und Mönchengladbach gegeneinander. Wir wären dann wohl Borrussia und Vilafranca Bayern München. Sie haben unglaublich viel Geld und einen riesen Verein. Valls wäre dann wohl so wie Schalke: die längste Tradition von allen und einen unglaublichen Willen zu gewinnen.Es war also ein sehr wichtiger Tag auf dem Weg zur Weltmeisterschaft.

Je schwerer ein Turm ist, desto mehr Punkte gibt es für das Ranking. Dieses Jahr war Vilafranca bislang nicht so erfolgreich wie sonst und die stetige Verbesserung unsere Aufbaukünste hat früchte getragen.

Unsere Colla war am Anfang echt nervös. Zum ersten Mal in der Geschichte haben wir dieses Jahr sogar realistische Chancen erster zu werden. Die größte Konstruktion mit 10 Etagen wurde bis zum Abwinken geübt und wir wollten sie nun auch korrekt abbauen, aber ob das klappt?

Andreas‘ und meine Positionen sind ja immer unten in der Pinya (der Grundkonstruktion) und man hat die Nervösität aller an einer Unruhe und Zittern gemerkt. Leider ist es dann auch nicht gut gegangen. Die erste Konstruktion haben wir zwar aufgebaut, dann ist der Turm aber in sich zusammen gefallen. Einer der Castellers der Basis hat einen Kreislaufkollaps bekommen. (Was allein bei den Temperaturen ohne Sport und Streß schon ganz einfach wäre).

Das war für alle ein sehr ärgerliches Erlebnis, da das eigentlich ein Konstruktion zum warm werden war, die der Verein sehr gut kann. Dementsprechend frustriert war die Stimmung danach. Zwar hatten wir einen Großteil der Punkte bekommen, da der Turm erfolgreich aufgebaut worden war. Aber eigentlich könnten wir den Turm auch im Tiefschlaf wieder abbauen können.

Foto von: Jordina Estopà Masdeon de Colla Jove

Wahrscheinlich hat es geholfen zu sehen, dass alle nach uns auch Probleme bei Aufbau der Türme hatten. Valls hat gleich mehrere Anläufe gebraucht um dann trotzdem keinen kompletten Aufbau zu schaffen.

Als nächstes war eigentlich ein Turm mit 10 Stockwerken geplant. Diese Konstruktion konnte der Verein bislang nur einmal korrekt auf und abbauen. Die Coaches haben sich dann spontan entschieden, zu einem etwas einfacheren Turm überzugehen und haben spontan alle 500 Leute umorganisiert. Man merkte, wie stark alle jetzt ein gutes Resultat bekommen wollten. Die Pinya saß so fest, dass ich zwischendurch kaum atmen konnte. Da wackelte kein Haar mehr und war kein Loch zu sehen. Dementsprechend hat die doch sehr langwierige und komplexe Struktur gut geklappt.

Auch die neue Struktur danach hat gut geklappt und die Säule zum Schluss liefen perfekt, während die anderen Vereine doch sehr mit der Hitze gekämpft haben. So hat Valls wirkllich keine einzige Konstruktion auf Anhieb geschafft und zwischendurch wurden die Verletzen reihenweise an mir Vorbei in die Krankenstation im Rathaus getragen. Aber Valls hat sich nicht beirren lassen und es immer wieder probiert und am Ende alle Konstruktionen doch geschafft, so dass sie auch zu Recht weiterhin auf Platz 1 der Weltrangliste stehen.

In Tarragona ist es übrigens üblich, diese Wettbewerbe von 12:00 bis ca. 15:00 Mittags stattfinden zu lassen. Eigentlich war leichter Regen vorhergesagt…. aber stattdessen hat die Sonne gestärkt durch eine kaputten Ozonschicht und unterstützt von der globalen Erwärmung den Rathausplatz in einen Halogenofen verwandelt. … Also es war verdammt heiß und meine blasse mitteleuropäische Haut hat nur ca. 1 Stunde dieser Stärke standgehalten. Wir standen aber ca. 4 Stunden dort und jetzt ist mein Kopf genauso rot wie mein Kopftuch.

Ältere Beiträge zu den Castells:  #sentimjunts – Wir machen Menschenpyramiden bei den Castellers – 1. Teil

Vorbereitung für den Concurs de Castells

Alle zwei Jahre findet in der alten Stierkampfarena in Tarragona die Weltmeisterschaft der Castells statt. Über viele Stunden bauen die besten Collas de Castells (Vereine) die riesigen und komplexen Strukturen auf.

Teil einer Basis für einen Turm von 10 Etagen.

 

Dieses Jahr sind wir extra für diesen Concurs de Castells nach Tarragona geflogen, um unseren Verein die Colla Jove bei dem Wettbewerb zu begleiten.

Mit vier Wochen Vorlauf wollen wir an den Proben und drei weiteren Auftritten in Tarragona teilnehmen.

Seit kurzem werden die Collas (Vereine) mit Apps organisiert. Jeder Casteller bekommt ein eigenes Konto und kann in der App sehen an welcher Stelle er in der Strutkur auftaucht. Die Caps de Pinyas, welche die Bodenstrukturen der Castells organisieren weisen in jedem Training und bei jedem Auftritt fast jedem Teilnehmer den passenden Platz in der Sturktur zu. Diesen muss man dann nur noch finden, was bei 500 Vereinsmitgliedern gar nicht so einfach ist.,

Kurz bevor die Basis gebaut wird, sieht man jetzt also ganz viele Menschen, die auf ihr Smartphone starren und um sich herum gucken und andere nach ihren Namen fragen. Kaum einer kennt wirklich alle Mitglieder des Vereins und weíß sofort, wo er hin muss.

Trotzdem klappt das natürlich viel besser, als die letzten Jahre, wo man sich quasi die Aushänge merken musste.

Am 15.09., nach zwei Trainingseinheiten, waren wir dann auch gleich bei einem Auftritt auf dem Rathausplatz von Tarragona dabei.

 

Dazu mehr im nächsten Blogbeitrag: Unser erster Auftritt des Jahres

Ältere zu den Castells:  #sentimjunts – Wir machen Menschenpyramiden bei den Castellers – 1. Teil

Barcelona

Bekanntermaßen fand am 1. Oktober das von Polizeigewalt begleitete Referendum über die Unabhängigkeit in Katalonien statt. Wir waren am 30. September und 1. Oktober in Barcelona und konnten ein wenig die Stimmung vor Ort spüren. Natürlich sind das alles nur unsere subjektiven Momentaufnehmen.

Am Nachmittag des 30. September fanden wir auf dem Platz vor dem Triumphbogen einen Stand der ANC (Assemblea Nacional Catalana). Dort hatten sich auch einige Giganten versammelt, die für die Abstimmung demonstrierten.

Hier haben wir Martí und Valentina beim Tanzen gefilmt, die Giganten aus Calonge.

Wir haben uns Demonstrationen beider Seiten angesehen. Von keiner Gruppe ging Gewalt aus, allerdings wirkten die Demonstranten, die am 30. September auf dem Plaça de Sant Jaume zwischen Rathaus (Ajuntament) und Sitz der Regionalregierung (Palau de la Generalitat) für die Einheit Spaniens demonstrieren, nicht sonderlich sympathisch. Man beachte auf dem folgenden Photo nicht nur das Transparent „Més demoncràcia“ am Ajuntament, sondern auch das Transparent der unabhängigkeitsbefürwortenden Organisation Òmnium Cultural an dem Gebäude rechts im Hintergrund, auf dem ebenfalls „democràcia“ steht. Die Transparente gehören also nicht zu den Demonstranten!

Demonstration von Unionisten vor dem Ajuntament von Barcelona
Demonstration von Unionisten vor dem Rathaus von Barcelona

Nur wenige Minuten später verschafften sich Demonstranten Zugang zum Dach des Hauses und rissen das Transparent ab. Auf Bildern, die im katalanischen Fernsehen gezeigt und die vom anderen Ende des Platzes aufgenommen wurden, sieht man, dass einzelne Demonstranten noch auf dem abgerissenen Plakat herumtrampeln. Auf meinem eigenen Video hört man die Menge grölen, als das Plakat endgültig abgerissen ist.

Spätestens ab diesem Punkt fühlte ich mich auf dem Platz etwas unwohl. Später haben wohl Demonstranten auch versucht, das Transparent vom Rathaus zu zerstören, was aber nicht ganz gelang.

Unser Ziel an dem Abend war ein Konzert der Gruppe La Pegatina. Und weil heutzutage in Katalonien, wie schon in einem früheren Beitrag geschrieben, alles politisch ist, wurde natürlich auch dort von Fans die Estelada gezeigt. Also die Separatisten haben auf jeden Fall schon mal die bessere Musik.

Estelada bei La Pegatina im Sala Apolo
Estelada bei La Pegatina im Sala Apolo

Am 1. Oktober war dann der Tag der Abstimmung. Mittags konnte ich auf dem Plaça Catalunya einzelne Menschen beider Seiten finden. Ich musste nicht lange für diese Bilder suchen, die symbolisch für den Sympathiefaktor der beiden Seiten stehen. Halb Vermummte habe ich jedenfalls nur bei den Unionisten gesehen.

Separatistin
Separatistin
Unionist
Unionist


Später gingen wir zum Palau de la Generalitat, wo einige wohl auf einen Vertreter der Regierung warteten.

Palau de la Generalitat
Palau de la Generalitat

Da zwar Oriol Junqueras mal kurz gesehen wurde, aber anschließend im Gebäude verschwand, sind wir wieder zurück zur Plaça Catalunya, wo die Wahlparty der Independisten stattfand. Auf dem Weg dahin kamen wir noch an einem Wahllokal in einer Schule vorbei.

Escola Drassanes
Escola Drassanes

Hier war alles ruhig. Wie heute (am 5.10.) im katalanischen Fersehen berichtet wurde, lief dem Bericht der Wahlbeobachter nach die Wahl nicht nach internationalen Standards ab. Es wurde allerdings auch bemerkt, dass die Umstände es nicht anders erlaubten. Es ist bemerkenswert, dass nach all den Konfiszierungen von Wahlurnen und Stimmzetteln im Vorfeld überhaupt genügend Material zur Verfügung stand.

Die Stimmung auf dem Plaça Catalunya kurz vor dem Auftritt von Jordi Cuixart von der Organisation Òmnium Cultural war ganz gut, die Menge ruft wieder „Independència“.

Und während Theo Koll hinter uns gerade im heute-journal erzählt, man wüsste nun nicht, wie es weiter geht, rufen vorne auf der Bühne Jordi Cuixart (rechts) und Jordi Sànchez (links) von der ANC zum Generalstreik am 3. Oktober auf.

Jordi Sànchez und Jordi Cuixart
Jordi Sànchez und Jordi Cuixart

So weit unsere Eindrücke von zwei wilden Tagen in Barcelona.

Gibraltar

Fast an der Südspitze Europas liegt die zum Vereinigten Königreich zählende Exklave Gibraltar mit seinem berühmten Felsen. Da Gibraltar somit zwar (noch) zur EU, aber nicht zum Bereich des Schengener Abkommens (und außerdem auch  nicht zum Zollgebiet der EU) gehört, gibt es Grenzkontrollen zwischen Spanien und Gibraltar. Und da Gibraltar ziemlich klein ist, aber einen Flughafen hat, war kein Platz mehr für eine Zufahrtsstraße. Deswegen führt die Winston Churchill Avenue quer über die Landebahn. Der Überweg ist wie ein Bahnübergang gesichert.

Ampel am Landebahnübergang
Ampel am Landebahnübergang

Wenn ein Flugzeug starten oder landen will, wird der Übergang geschlossen und es kommt sofort zu Staus. Die Schließzeiten sind verhältnismäßig lang, da zuerst ein Reinigungsfahrzeug die Landebahn und insbesondere den Bereich der Straßenkreuzung abfährt. Anschließend muss ein startendes Flugzeug vom Terminal erst noch zum Ende der Starbahn fahren und dort wenden. Ein Tunnel ist im Bau, um die Verkehrssituation zu entschärfen.

Flughafen Gibraltar
Flughafen Gibraltar

Das Wahrzeichen ist natürlich der Felsen, …

Felsen von Gibraltar von der Landebahn aus gesehen
Felsen von Gibraltar von der Landebahn aus gesehen

… auf dem die bekannten Berberaffen zuhause sind.

Affe
Affe

Im übrigen beweisen die Wolken, die immer am Felsen hängen bleiben, ganz eindeutig, dass Gibraltar britisch ist, …

Fels von Gibraltar
Fels von Gibraltar

… ebenso die Briefkästen.

Gibraltar Post Office
Gibraltar Post Office

Gibraltar ist geprägt von seiner Vergangenheit (und Gegenwart) als Militärstützpunkt. Im Zentrum sind heute in ehemaligen Festungsanlagen am Grand Casemates Square Geschäfte und Fish and Chips Shops.

Grand Casemates Square
Grand Casemates Square

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Gibraltar zählt auch die Tropfsteinhöhle St. Michaels Cave, in der heute ein Konzertsaal untergebracht ist und die in wechselnden Farben beleuchtet wird.

St. Michael's Cave
St. Michael’s Cave

Um möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit zu erkunden, empfiehlt sich eine Taxi-Tour zum Felsen, der Preis beträgt pro Person etwa 25 £, inklusive der Eintrittsgelder für die Höhle und die alten, maurischen Befestigungsanlagen. Die Fahrer sind offiziell lizenziert und fungieren auch als Führer. Auf den Straßen durch den Naturpark am Felsen dürfen nur Taxis und Einheimische fahren, als Tourist ist man sonst auf die Seilbahn angewiesen, die allerdings auch verhältnismäßig teuer ist.

Übernachten?

Auch wenn das britische Pfund gerade günstig steht, sollte man den Ratschlag, den man in diversen Reiseführern findet, lieber in Spanien zu übernachten, folgen. Hotels sind in Gibraltar sehr teuer, in Algeciras dagegen günstig. Außerdem mussten wir leider erkennen, dass man bei AirBnB in Gibraltar auch an sehr ranzlige Wohnungen geraten kann.

An- und Abreise

Die spanische Stadt direkt an der Grenze heißt La Línea de la Concepcíon und der nächstgelegene Bahnhof ist La Línea-San Roque. Der Bahnhof ist aber sehr weit außerhalb gelegen. Es gibt dort zwar eine Bushaltestelle, die wird aber nur recht selten bedient und nur dann, wenn man sie nicht braucht. Entweder nimmt man also so wie wir ein Taxi (bis zur Grenze 20 Minuten und 20–25 €) oder könnte nach etwas Fußweg (mit Gepäck nicht so empfehlenswert) die Bushaltestelle der Linie von Algeciras nach La Línea, die an einer Schnellstraße liegt, erreichen. Der Busbahnhof von La Línea liegt recht nah am Grenzübergang.

Die andalusische Großstadt Algeciras ist mit dem Bus etwa 45 Minuten von La Línea entfernt und hat auch einen Bahnhof. Wenn man mit dem Zug von Norden kommt, ist man aber doch wesentlich schneller über den Bahnhof La Línea-San Roque, wenn man die Taxikosten nicht scheut.

Ronda

Neben all der Politik gibt es in Spanien natürlich immer noch viele unglaublich schöne Ort zu sehen. Einer davon ist Ronda in Andalusien. Die Stadt Ronda wurde von den Mauren auf einem steil aufragenden Felsen an der Schlucht El Tajo de Ronda des Flusses Guadalevin erbaut.

Ronda – Panorama
Ronda – Panorama

Drei Brücken überspannen den Fluss. Die älteste ist die von den Mauren erbaute „Arabische Brücke“. Ebenfalls ursprünglich von den Mauren erbaut, dann während der Reconquista zerstört und von den Spanien wiedererrichtet ist die höher gelegene „Alte Brücke“.

Alte Brücke
Alte Brücke (von der Arabischen Brücke aus betrachtet)

Die Spanier gründeten auf der anderen Seite der Schlucht einen neuen Stadtteil, das Marktviertel „El Mercadillo“. Im 18. Jhd. wurde die spektakulärste der drei Brücken erbaut, die Neue Brücke, die die Schlucht am höchsten Punkt überspannt.

Neue Brücke in Ronda
Neue Brücke in Ronda

In der sehenswerten Altstadt befindet sich am Rathausplatz die Kirche Santa Maria la Mayor.

Santa Maria la Mayor
Santa Maria la Mayor

Überwiegend wird die Altstadt von engen Gassen geprägt, die sich nur manchmal zu kleineren Plätzen weiten, wie hier an der Kirche Nuestra Señora de la Paz.

Iglesia de Nuestra Señora de la Paz
Iglesia de Nuestra Señora de la Paz

Warum man Ronda auch zu den typischen weißen Dörfern Andalusiens zählen kann, erkennt man bei einem Rundgang sehr schnell. Ein Blick über die Schlucht von der Altstadt ins Marktviertel beweist das.

Blick über die Schlucht
Blick über die Schlucht

Ronda muss man allein schon wegen der spektakulären Schlucht unbedingt gesehen haben! Da die Stadt nicht sehr groß ist, bietet sich an, sie als Tagesausflug zu besuchen, wenn man zum Beispiel in Granada oder Malaga übernachtet. Wir hatten sie als Station mit zwei Übernachtungen auf dem Weg nach Gibralter eingeplant. Wenn man länger bleibt, kann man Wanderungen oder Pferdetouren ins Umland unternehmen oder das Stadtmuseum besuchen. Mutige können – natürlich nur gesichert – die Schlucht mit einer Seilrutsche überwinden oder über in den Fels montierte eiserne Leitern erklimmen.

Castells an Santa Tecla oder: Alles ist politisch

Zu Santa Tecla, am 23. September, zeigen die vier Collas der Stadt tradionell grandiose Castells. Für die Kenner:

  • Castellers de Sant Pere i Sant Pau: 3de8, 2de7, 4de8, Pde7f
  • Colla Jove Xiquets de Tarragona: 5de9f, 3de9fa(c), 2de9fm, Pde8fm
  • Xiquets de Tarragona: 4de8a, 3de9f, 4de9f(c), (i)Pde8fm
  • Xiquets del Serrallo: 5de7, 4de7a, 3de7a

Doch natürlich ging dieses Jahr, eine Woche und einen Tag vor dem geplanten Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens, nichts ohne Politik.

Nach dem Singen der Nationalhymne Els Segadors rief die Menge „Votarem“ (Wir werden wählen!) und „Independència“ (Unabhängigkeit), aber erstmals auch „Ballesteros dimissió!“ (Ballesteros Rücktritt!). Letzteres bedarf einer Erklärung. Josep Fèlix Ballesteros i Casanova ist der Bürgermeister (Alcalde) der Stadt Tarragona. Er ist Mitglied der Sozialisten (PSC, die katalanische Schwesterpartei der spanischen PSOE) und möchte die öffentlichen Gebäude der Stadt nicht als Wahllokale für das Referendum zur Verfügung stellen. Der Bürgermeister musste nicht nur das aushalten, sondern auch, dass vom Dach des Rathauses ein Transparent mit der Aufschrift „A Tarragona votarem“ (In Tarragona werden wir wählen.) aufhängt und von seinem eigenen Balkon eine „Democràcia“-Flagge gezeigt wurde.

A Tarragona votarem
A Tarragona votarem

Doch wofür steht Ballesteros? In einem Fernsehinterview mit dem Lokalsender TAC12 bezeichnete Ballesteros das Referendum als illegal, brachte aber den Begriff des runden Tisches ins Spiel. Einen runden Tisch kennt man ja aus Deutschland, dort stand er kurz vor dem Ende der DDR.

Aber wie ernst kann man dies nehmen? In Spanien regiert die PP von Mariano Rajoy in einer Koalition mit den Ciutadanos, ist aber dennoch in einer Minderheitsregierung, die auf die Tolerierung durch die PSOE angewiesen ist. Da sich gezeigt hat, dass ein Dialog zwischen Rajoy und den Katalanen nicht möglich ist, müsste die PSOE auf die Einladung eingehen, die die linke Podemos zusammen mit anderen Parteien in der „Deklaration von Zaragoza“ (die La Vanguardia berichtete am 25. September) ausgesprochen hat, die Rajoy-Regierung zu stürzen um einen Dialog mit Katalonien zu suchen. Desgleichen scheint aber nicht zu passieren.

Neben der Politik interessierten uns natürlich vor allem die Castells der Colla Jove Xiquets de Tarragona, die in der ersten Runde ein 5de9f zeigten.

CJXT 5d9f
CJXT 5de9f

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Diada Nacional 2017

Jedes Jahr wird am 11. September in Katalonien der Nationalfeiertag begangen. Neben den zentralen Feierlichkeiten in Barcelona finden auch in vielen anderen Städten kulturelle Veranstaltungen statt, so auch in Tarragona, wo auch dieses Jahr wieder vor der Kathedrale die traditionellen Castells gezeigt wurden.

Castell der Colla Jove Xiquets de Tarragona
Castell der Colla Jove Xiquets de Tarragona

Doch natürlich steht auch dieses Jahr wieder die Politik im Vordergrund. Nach Angaben der Polizei von Barcelona waren es etwa eine Million Menschen, die an der zentralen Demonstration teilnahmen, auch die Tagesschau berichtete. Beim Spiegel dagegen lässt man sich schon mal dazu herab, ungeprüft die Angaben der spanischen Zentralregierung abzuschreiben, die von nur 350.000 Teilnehmern sprachen. Dass diese geringere Zahl aber nicht plausibel ist, zeigt schon allein die Tatsache, dass die Veranstalter auch diesmal wieder ein System von Voranmeldungen zur besseren Verteilung der Demonstranten über die Abschnitte eingeführt haben, dort 450.000 Anmeldungen vorlagen und auch schon in den vergangenen Jahren die Zahl der Demonstranten die der Anmeldungen deutlich überstieg.

Von den deutschern Medien – bis auf die Zeit, die den Vorfall in einem analytischen Artikel über die Sitation in Katalonien erwähnt – unbemerkt wurde bereits zwei Tage vorher von der Guardia Civil das Büro einer lokalen Zeitung durchsucht, unter dem Vorwand, es könnten sich dort Unterlagen für die von der katalanischen Regionalregierung einseitig angesetzten Volksabstimmung für die Unabhängigkeit am 1. Oktober befinden.

Überhaupt scheint man in Spanien nicht nur vor einer Unabhängigkeit, sondern schon vor dem Referendum an sich, das natürlich für illegal erklärt wurde, große Angst zu haben. Nur so ist es zu erklären, dass die spanische Regierung bekanntgibt, man könnte innerhalb von 24 Stunden 4000 Nationalpolizisten nach Katalonien schicken, um das Referendum zu verhindern. Die eigentliche Polizeiarbeit, zum Beispiel das Überprüfen von verdächtigen Fahrzeugen vor der Kathedrale Sagrada Familia in Barcelona, überlässt man da lieber der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra. Glücklicherweise war es gestern Abend nur ein Fehlalarm. Obwohl sie, wie sich gestern gezeigt hat, anderswo dringend gebraucht werden, wurden die Mossos von spanischer Seite angewiesen, die Urnen für das Referendum zu beschlagnahmen. Sollte das alles nichts helfen, droht man schon mal damit, man könnte auch binnen nur 5 Tagen die Autonomie Kataloniens komplett aussetzen.

Trotz allem gibt es sogar in Madrid Menschen, die zumindest die Abstimmung als solche befürworten. So sollte ursprünglich am kommenden Sonntag eine Demonstration unter dem Motto „Madrid für das Recht zu entscheiden“ stattfinden, die – natürlich – kurzerhand verboten wurde. Aktuelle Meldungen sprechen allerdings davon, dass dieses Verbot wohl noch gekippt wird.

Abschließend bleibt aus deutscher Perspektive zu sagen, dass es schade ist, dass viele deutsche Medien ausschließlich oder hauptsächlich Korrespondenten in Madrid haben. Die spanischen Medien scheinen stark politisch gefärbt zu sein. Die bekannte El Pais schreibt auch schon mal ausgemachten Blödsinn, zum Beispiel dass der katalanische Regierungschef Puigdemont ein Referndum ohne Wahlkabinen plane und es somit keine Garantie für freie Wahlen gäbe. Natürlich haben auch die katalanischen Medien wie das hier von mir zitierte katalanische Fernsehen eine politische Ausrichtung, aber in der deutschen Wahrnehmung scheinen sie im Vergleich zur Perspektive Madrids deutlich unterrepräsentiert zu sein.

Andorra

Der Weg in unserem Urlaub führte uns diesmal über ein exotisches Land außerhalb der EU: Andorra!

(Aktualisiert am 8.10.: Mehr Bilder hinzugefügt.)

Ein Großteil der Hauptstadt Andorra la Vella ist mit Geschäften und Einkaufszentren belegt. Die niedrigen Steuern machen Luxusartikel und Alkohol billig, wegen der Bedeutung von Andorra als Wintersport-Gebiet gibt es auch jede Menge Sportgeschäfte. Die historische Altstadt aber bildet einen Gegenpol zum hektischen Treiben in der Einkaufsmeile. Hier liegen Sehenswürdigkeiten wie das Casa de la Vall, der frühere Sitz des andorranischen Parlaments, …

Casa de la Vall
Casa de la Vall

…, das neue Parlament, …

Parlament von Andorra
Parlament von Andorra

… und die Nationalbibliothek.

Biblioteca Nacional d'Andorra
Biblioteca Nacional d’Andorra

Den Weg in die Hauptstadt Andorra la Vella legten wir teilweise zu Fuß zurück, die zwei kurzen Wanderungen haben wir getrackt. Der erste Abschnitt führt über den „Cami del Gall“ von el Tarter nach Canillo, …

Cami del Gall
Cami del Gall
Sant Joan de Caselles
Sant Joan de Caselles

… der zweite von Canillo über den Wallfahrtsort Meritxell nach Encamp.

Wegen des Nationalfeiertags von Andorra, der Diada de Meritxell am 8. September, war ein Teil der Hauptstraße zwischen Meritxell und Encamp abgesperrt.

Santuario de Meritxell
Santuario de Meritxell
Madonna von Meritxell
Madonna von Meritxell

Für unsere Wanderung sperrten freundliche andorranische Polizisten in prächtiger Feiertagsuniform auch noch die restliche Straße, damit wir bequem auf den Fußweg auf der anderen Straßenseite wechseln konnten.

Der Weiterlesen-Link deckt die Karten bei Outdooractive auf.

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Mit dem *neuen* E-Bike nach Furtwangen

tl;dr: Zuerst schreibe ich ein wenig über mein neues E-Bike und danach stelle ich noch Tourenvorschläge um Furtwangen vor.

Nach vielen Fahrten mit meinem E-Bike in und um Furtwangen und – zwecks Fahrradtransport – von und zu den Bahnhöfen um Furtwangen hat sich leider herausgestellt, dass mein Pedelec, welches eher unter der Klasse „City-Bike“ verkauft wird, nicht schwarzwaldfest ist, sobald man die geteerten Straßen verlässt und über Waldwege unterwegs ist. Es kam also wie es kommen musste: Bei der Abfahrt über einen Schotterweg im Wald – der in diversen Karten als offizieller Radweg gekennzeichnet ist (!) – kam das Hinterrad bei etwas höherer Geschwindigkeit ungünstig gegen einen Stein, was hernach zu einem Platten und einem Achter führte. Da ich ja zudem, wie man so sagt, multilokal wohne, war der Plan klar: Das alte Rad sollte repariert werden und als Stadtfahrrad nach Frankfurt kommen und für Furtwangen musste ein neues Rad her. Ein reinrassiges E-Mountainbike wäre für Ausfahrten im Wald zwar am besten geeignet gewesen, war für mich aber mangels Licht und Gepäckträger nicht praxistauglich. Also war das, was ich wollte, ein Trekking-Rad. Außer breiteren Reifen sollte es noch ein stärkerer Motor sein. Da eine normale Nabenschaltung die kombinierte Kraft des Radfahrers und stärkeren Motors nicht mehr vernünftig übertragen kann, kommt dann nur eine Kettenschaltung, ein stufenloses Getriebe oder eine Rohloff Speedhub in Frage. Mein Wahl fiel letzlich auf das Charger GT nuvinci von Riese & Müller.

Riese & Müller Charger GT
Riese & Müller Charger GT

Das Charger wird auch als schnelles Pedelec in einer 45 km/h-Version angeboten, aber aus den bekannten Gründen sollte es wieder ein 25 km/h-E-Bike sein. Das Charger kommt mit dem Mittelmotor Bosch Performance CX. Am Berg soll Berichten nach die NuVinci®-Schaltung zwar wegen eines leicht schlechteren Wirkungsgrads und weniger weitem Übersetzungsbereich im Nachteil sein, allerdings ist der Komfort der Stufenlosigkeit nicht zu unterschätzen, ebensowenig die Tatsache, dass man die Schaltung sowohl belastet als auch unbelastet schalten kann. In Verbindung mit dem stärkeren Motor führt der geringere Wirkungsgrad zu etwas geringerer Akkulaufzeit, weswegen der größere 500 Wh-Akku angezeigt ist.

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Über das Abnehmen (2) – Essensgewohnheiten ändern

Also meine Blutwerte zeigten Mangelerscheinungen, während mein Bauch, mein Kinn und meine Leber zu viel Fett trugen. Und dann hatte ich es wirklich leid, ständig über meinen Reproduktionsstatus Auskunft geben zu müssen.

Google hatte wohl gemerkt, dass ich unzufrieden war mit meinem Gewicht und zeigte mir regelmäßig Anzeigen für diverse Gewichtsprogramme. Die von Weightwatchers fand ich da am anspruchsvollsten und lud mir die App herunter. Das Abo für enorme 39,90  Euro war ja schließlich auch erst nach 3 Monaten kostenpflichtig. Was mich überzeugt hat, war der Ansatz, dass ich essen konnte was ich wollte und es so eine Art Punkte Budget gab, was ich ausgeben konnte für Essen. Am besten fand ich allerdings, dass Obst und Gemüse 0 Punkte hatte, also quasi kostenlos war und ich davon so viel Essen konnte wie ich wollte. Sollte mich also mal der Hunger packen, konnte ich mir den Magen immer noch mit Karotten voll schlagen. Hat das schon mal jemand probiert? Ich schon! Es dauert ewig… also eigentlich war ich immer müde vom kauen, bevor ich das Gefühl hatte, mein Magen sei endlich richtig voll.

Gleichzeitig habe ich mir so eine Körperwaage gekauft, die anzeigt wieviel Fett man im Körper hat und los ging es. Den Tag über habe ich eigentlich alles gegessen was so in den Weg kam bis meine Punkte alle waren und dann gab es abends nur noch Rohkost mit Dip. Das ist eigentlich ein sehr einfaches Essen… einfach Gemüse in Portionshäppchen schneiden und vor dem Fernseher essen.

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