2 Tage vor dem Concurs und der Turmbau zu Babel

 

Zwei Tage vor dem Concurs de Castells sind unsere Erkältungen ziemlich abgeklungen und die Vorbereitungen für den großen Tag laufen. 

Passend zur Farbe unseres Vereins habe ich das schicke Grau meiner Haare mit Lila Haarfarbe überdeckt.

Dazu passend habe ich in einem Laden neben unserem Vereinshaus traditionell handgemachte katalanische Espardenyas (Schuhe aus Espartogras) gekauft:

Die Schuhe werden vor allem zum Tanzen und für traditionelle Umzüge in Katalonien angezogen. Aber auch bei den Castellers sind sie sehr beliebt. Die Schuhe eigenen sich recht gut zum Stehen. Da so ein Auftritt des Vereins in der Regel mit ca. 3-5 Stunden Stehen einhergeht, passt das ja ganz gut.

Am Tag vor dem Concurs ist in Tarragona noch die Diada Internacional, zu der Vereine aus der ganzen Welt anreisen. Bei uns im Haus waren die Castellers of London abgestiegen und Andreas und ich haben uns spontan entschieden gleich auch noch zu dem Training der Briten in unserem Vereinshaus zu gehen. 

Das Training der Briten hat sich inhaltlich nicht stark von unserem unterschieden, aber ein paar Dinge waren doch sehr besonders. Im Verein sind Menschen aus allen möglichen Ländern. In der kurzen Zeit hatte ich welche aus Frankreich, Katalonien, England, Deutschland und Litauen getroffen. Die Umgangsprache des Vereins ist eine Mischung aus Englisch, Spanisch und Katalanisch. So läuft das Training zwar auf Englisch ab, aber ein Teil der katalanischen Fachbegriffe wird einfach übernommen. Das Resultat ist ein wahrer Babylonischer Turmbau.

Wenn man die Basis baut, werden alle der Größe nach aufgestellt. In der Regel bin ich unter den Katalanen so mittelgroß und meistens zwischen Männern um die 50 und größeren Frauen. Ein großer Teil des Londoner Vereins war dagegen mindestens 2 Köpfe größer als ich. Bei vielen Türmen war ich dann plötzlich ein richtiger Lückenfüller und stand unter den Armen verdeckt direkt am Zentrum des Turms, um ihn zu stabilisieren. Das ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig. Man sieht wirklich gar nichts mehr und der Kopf hängt quasi in den Achselhölen der beiden Nachbarn. Durch eine kleine Vergleichsstudie kann ich jetzt sagen, dass es in Spanien besser riechendes Waschmittel gibt und dort wohl auch besser funktionierende Deos verkauft werden.

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