Alternativen zu den Monopolisten

Alle nutzen wie bekloppt Facebook, WhatsApp, Dropbox und Google, bestellen bei Amazon, weil’s so schön einfach ist, aber beschweren sich dann hinterher, weil die unsicher, Datenkraken, Monopolisten und überhaupt total böse sind.

Doch es gibt Alternativen! Und weil ich gerade heute (Hallo, Anja! 🙂 ) danach gefragt wurde, kommt hier die Antwort.

Alternativen zu Amazon

Beginnen wir mit Amazons klassischem Geschäft: den Büchern. Andere Anbieter, die praktisch das gesamte deutschsprachige Sortiment führen, sind eBook.de, vormals bekannt als Libri, Buchkatalog.de (KNO) oder Libreka. Neben der Möglichkeit, ganz klassische gedruckte Bücher nach Hause oder in die nächstgelegene Buchhandlung zu bestellen (letzteres geht bei Amazon nicht!) gibt es selbstverständlich auch aktuelle eBooks für den passenden Reader. Der heißt in diesem Fall nicht Kindle, denn Amazon kocht hier sein eigenes Monpolistensüppchen. Das Digital Rights Management von Amazons Kindle ist nämlich nicht kompatibel mit dem System von Adobe, das von praktisch allen anderen eBook-Anbietern genutzt wird. Die passende Software Adobe Digital Editions läuft auf Windows und Mac und passende Lesegeräte gibt es von zig verschiedenen Anbietern. Zum Beispiel gibt es den Kobo Reader. Von Kobo gibt es auch einen eigenen Store, der zwar eher wenig deutschsprachige eBooks im Angebot hat, dafür aber auch gemeinfreie Bücher komplett kostenlos bietet. Weitere gute Quellen für gemeinfreie Literatur im EPUB-Format, das von praktisch allen Lesegeräten verstanden wird, sind das Projekt Gutenberg oder Wikisource. Außerdem gibt es mit der Onleihe noch die Möglichkeit, über die örtliche Stadtbibliothek eBooks „auszuleihen“. Das funktioniert ebenfalls über das DRM-System von Adobe: Die heruntergeladenen Dateien sind nach Ende der Ausleihfrist nicht mehr nutzbar. Auf meinem Kobo-Reader gesellen sich derzeit gekaufte eBooks von ebooks.de, ausgeliehene von der Onleihe, kostenlose aus dem Kobo Store und einige freie vom Projekt Gutenberg friedlich nebeneinander, dazu kommen noch ein paar eBooks im PDF-Format. Und wer gebrauchte gedruckte Bücher sucht, wird bei Booklooker fündig.

Alternativen zu Google und Dropbox

Für die Suche gibt es eine Menge Alternativen, zum Beispiel DuckDuckGo, die recht gute Ergebnisse liefert, wenn sie auch nicht so perfekt auf den deutschsprachigen Raum lokalisiert ist. Wer vom einen zum anderen Monopolisten wechseln will, kann natürlich auch Bing benutzen und Yahoo! gibt es auch noch.

Bei den Kartendiensten muss man auch nicht unbedingt Google Maps benutzen, es gibt allgemeine Karten auch von Microsoft oder Apple und es gibt natürlich das offene OpenStreetMap.

Für Cloud-Dienste wie Kalender und Dateiaustausch gibt es ownCloud. Diese Software bietet wahlweise über ein Web-Interface oder über standardisierte, mit gängigen Clients nutzbare Schnittstellen eine Kalender-, Adressbuch- und Dateisynchronisation an. Über eine passende Client-Software wird eine Dropbox-ähnliche Funktionalität geboten. ownCloud ist kein Dienstleister, sondern eine Software, die auf dem eigenen Webspace installiert werden muss. Das ist zwar geringfügig komplizierter als einen Dienst von der Stange zu verwenden, dafür hat man seine Daten aber selbst unter Kontrolle.

Alternativen zu WhatsApp und Facebook

Alternative Messenger gibt es inzwischen einige, die App meiner Wahl ist Threema. Aber auch Apples iMessage ist ganz gut und bietet immerhin eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wenn auch die Schlüsselverwaltung nicht wirklich transparent ist. Dafür sind die Nachrichten über mehrere Geräte (z.B. iPhone und Mac) synchronisiert und es ist sowieso schon bei der Hardware dabei.

Bei den sozialen Netzwerken ist es zugegebenermaßen schwierig, eine Facebook-Alternativ zu finden, die eine kritische Masse an Nutzern erreicht hat. Professionelle Netzwerke wie XING oder LinkedIn seien an dieser Stelle mal außen vor gelassen, ebenso wie StudiVZ, was ja eigentlich niemand mehr nutzt.

Aber es ist ja auch mal ganz erfrischend, Blogs zu lesen. Die haben übrigens auch eine Kommentarfunktion. 🙂

5 Gedanken zu „Alternativen zu den Monopolisten

    1. Hallo Paul,

      danke für die Ergänzung! Kontalk ist mir bisher wohl verborgen geblieben, weil ich kein Android nutze. Von Telegram habe ich schon gutes gehört, aber noch nicht selber genutzt. Bei den Nokia-Kartendiensten hat mir damals™, als ich noch ein Nokia Smartphone hatte, gefallen, dass die auf dem Gerät vorinstalliert und offline nutzbar waren!

  1. Eine sehr gute Alternative für Cloudstorage ist auch diese hier. Vom Festplattenhersteller Lacie und meins Wissens sogar in der Schweiz gehostet. Benutze ich schon seit ein paar Jahren. Bin immer wieder erstaunt wie wenig Leute diesen Service kennen. Zu unrecht!

    http://www.wuala.com/

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