Alle Beiträge von Anke Verena Meyer-Heß

Über das Abnehmen (2) – Essensgewohnheiten ändern

Also meine Blutwerte zeigten Mangelerscheinungen, während mein Bauch, mein Kinn und meine Leber zu viel Fett trugen. Und dann hatte ich es wirklich leid, ständig über meinen Reproduktionsstatus Auskunft geben zu müssen.

Google hatte wohl gemerkt, dass ich unzufrieden war mit meinem Gewicht und zeigte mir regelmäßig Anzeigen für diverse Gewichtsprogramme. Die von Weightwatchers fand ich da am anspruchsvollsten und lud mir die App herunter. Das Abo für enorme 39,90  Euro war ja schließlich auch erst nach 3 Monaten kostenpflichtig. Was mich überzeugt hat, war der Ansatz, dass ich essen konnte was ich wollte und es so eine Art Punkte Budget gab, was ich ausgeben konnte für Essen. Am besten fand ich allerdings, dass Obst und Gemüse 0 Punkte hatte, also quasi kostenlos war und ich davon so viel Essen konnte wie ich wollte. Sollte mich also mal der Hunger packen, konnte ich mir den Magen immer noch mit Karotten voll schlagen. Hat das schon mal jemand probiert? Ich schon! Es dauert ewig… also eigentlich war ich immer müde vom kauen, bevor ich das Gefühl hatte, mein Magen sei endlich richtig voll.

Gleichzeitig habe ich mir so eine Körperwaage gekauft, die anzeigt wieviel Fett man im Körper hat und los ging es. Den Tag über habe ich eigentlich alles gegessen was so in den Weg kam bis meine Punkte alle waren und dann gab es abends nur noch Rohkost mit Dip. Das ist eigentlich ein sehr einfaches Essen… einfach Gemüse in Portionshäppchen schneiden und vor dem Fernseher essen.

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Über das Abnehmen (1)- wie es Anfing

Während mein Mann über den Aufbau von Datenbanken referiert schreibe ich einen Artikel über Gewichtsabnahme, na wenn das nicht in die Gender-Klichee-Kiste passt.

In den nächsten Artikeln möchte ich zwar erklären, wie ich 20kg ziemlich einfach zunehmen und 15 kg wieder ziemlich einfach abnehmen konnte, aber auch verdeutlichen warum das eigentlich total unwichtig sein sollte!

Als Kind hielt ich Essen für eine Zeitverschwendung, die mich von wichtigen Dingen wie Spielen und Fernsehen abhielt. Ein wirkliches Hungergefühl habe ich zum ersten Mal mit 14 verspürt. Appetit hatte ich bis dahin ausschließlich auf folgende Dinge: Krabbencocktail, Milchschnitte, Toast mit Honig, französische Ringsalami und Bifi. Alles Andere habe ich nach langem Zureden manchmal wiederwillig gegessen, aber nur so viel bis Ruhe war. So war ich bis zur Pubertät unterernährt und auch dann noch lange ziemlich dünn.

Ich mit 4 Jahren

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Das Ende des Buches oder die Demokratisierung des Wissens?

Ein kleiner Disclaimer vorab:


Beim folgenden Text handelt es sich um meine Meinung als Privatperson: Zwar arbeite ich beruflich in der Nationalbibliothek, aber die folgenden Aussagen sind keine offizielle Äußerung der Bibliothek.


Vor ein paar Wochen hat die Nationalbibliothek bekannt gemacht, dass sie bei Werken die sowohl digital wie auch gedruckt vorhanden sind, nur noch die digitale Ausgabe zur Verfügung stellt.

Diese Bekanntmachung hat vor allem in der FAZ zu einer Reihe von extrem schlecht recherchierten Artikeln geführt, die nicht wirklich über dem Niveau von der Bild liegen [Zwangsigitalisiert], [Bildschirm als Schonung], [Aufzeichnungen aus dem Kellerloch]. Wobei ich schon den Eindruck habe, dass die Bild meistens mehr recherchiert.

Also was ist eigentlich los?

Eine Archivbibliothek ist immer in einem Konflikt zwischen Nutzerservice und Archivierung. Der Sinn eines Archives ist es, Materialien für die Nutzung zu verwahren. Nur leider macht die Nutzung diese Dinge häufig kaputt. Viele Bücher, die produziert werden, sind nicht dafür gemacht, mehrfach – also mehr als 5–10 mal – intensiv gelesen zu werden. Bei beliebten Büchern kann das aber durchaus vorkommen.

Um das Dilemma zu lösen, gab es immer schon verschiedene Lösungsansätze. Einige Nationalbibliotheken sammeln immer gleich mehrere Exemplare ein. So sammeln Peru und Venezuela immer drei Exemplare jeder Veröffentlichung und andere Nationalbibliotheken noch viel mehr davon. Viele Nationalbibliotheken bieten ihren Bestand nur einer „wissenschaftlichen Elite“ an. Wenn man also nicht mindestens eine Doktorarbeit schreibt, kommt man gar nicht erst an die Bücher. Andere Bibliotheken kaufen einfach konstant nach. So läuft es in allen Stadtbüchereien und in den Unibibliotheken ebenfalls.

Auch die Deutsche Nationalbibliothek kauft bei viel gefragten Nachschlagewerken noch weitere Ausgaben für den „Verbrauch“ [http://d-nb.info/98008184X].

Leider hat keine Bibliothek ein unbegrenztes Budget und häufig gehen die Bücher auch kaputt, wenn sie gar nicht mehr käuflich zu erwerben sind. Natürlich kann man diese restaurieren. Aber auch die reparierten Varianten können nur wieder bedingt häufig genutzt werden.

kaputtes Buch
Bild aus dem Artikel: „Digitalisierung in der Deutschen Nationalbibliothek“ von Kurt Schneider

Diese Bücher waren lange tatsächlich weggesperrt und konnten nicht mehr genutzt werden. Durch die Digitalisierung können diese Werke schon länger wieder unbegrenzt konsumiert werden und das sogar häufig auch von zuhause.

Diese Variante führt also dazu, dass ein Titel nicht fünf, mal sondern millionenmal genutzt werden kann.

Soviel zu den für mich überzeugenden Gründen. Als Bibliothek hat man die Aufgabe, möglichst viele Menschen mit Informationen zu versorgen. Digitale Bücher erlauben es, wesentlich effektiver mehr Menschen den Zugang zu Wissen zu ermöglichen.

Was ist jetzt mit der kompletten Sperrung aller gedruckten Materialien für die Nutzer?

Ende 2015 hatte die Nationalbibliografie ungefähr 15.000.000 Titel insgesamt. Von diesen 15.000.000 waren bereits 2.000.000 originär digitale Publikationen. Von den restlichen 13.000.0000 wurden in den letzten Wochen 500.000 Publikationen als ebenfalls digital vorhanden markiert und für die Ausleihe gesperrt. 500.000 ist eine große Zahl, aber im Vergleich zu allen sind das 3%, die digital genutzt werden sollen obwohl es eine gedruckte Ausgabe gibt.

Die Zahlen entstammen dem Jahresbericht 2015: urn:nbn:de:101-2016052300

Bei 13% aller Publikationen gab es noch nie eine gedruckte Ausgabe. Insbesondere diese Zahl wird die nächsten Jahre noch stark steigen. So wurden schon 2015 mehr Netzpublikationen als körperliche Medien veröffentlicht und in 2016 ist das Verhältnis schon fast 1:3.

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Nachvollziehbar Reihe O: Reihe A und B 

Die Welt der Bücher wird also digital, ob wir das gut finden oder nicht! Es wird Zeit, sich damit zu beschäftigen, wie man sie noch besser konsumieren kann und das große Potential der schnellen Verfügbarkeit vernünftig nutzt.

#sentimjunts – Teil 3: Der erste Auftritt – Hem fet historia!

Die Bezeichnungen Auftritt und Probe sind eigentlich etwas irreführend. In Wirklichkeit sind die Auftritte knallharte Wettbewerbe, in denen man Punkte für das Jahresranking sammelt. Jedes Castell hat dabei unterschiedlich viele Punkte. Einen Teil der Punkte gibt es bei korrektem Aufbau (carregat) und die volle Punktzahl, wenn auch der Abbau (descarregat) noch klappt.

In den Proben (Trainings) werden die verschiedenen Castells ausführlich geübt, in der Hoffnung, dass sie dann auf dem Platz (wo der Wettbewerb stattfindet) auf- und abgebaut werden können.

Die Bezeichnungen Auftritt und Probe kommen daher, dass die Castells aus den Valenzianischen Tänzen (und die wiederum aus den Moixiganga) hervorgegangen sind und es zunächst wirklich nur Auftritte waren.

Am letzten Sonntag war es dann soweit. Wir waren bei unserem ersten Auftritt dabei. Und dieser sollte gleich zu einem der besten werden, den die Colla Jove dieses Jahr bislang hatte. Mich überkommt aber die Vermutung, dass es da nicht primär an uns beiden lag. Trotzdem war das ein legendäres Erlebnis.

Alle Mitglieder der Colla versammeln sich zunächst im Vereinshaus:

Anke vor dem Lokal der Colla (am Tag danach)
Anke vorm Lokal der Colla (am Tag danach)

Dann geht es in weißen Hosen mit Faixa und lila Hemd zum Platz, wo der Wettbewerb stattfindet. Voran laufen die Musiker und untermalen den Einmarsch. In unserem Fall waren das nur ca. 100 Meter vom Vereinshaus zum Platz und da fast 300 Mitglieder dabei waren, hat sich der komplette Weg kurzfristig lila gefärbt.

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#sentimjunts – Teil 2: Faixa und das erste Training

Hauptaufgabe der Faixa ist es, dem Casteller zu helfen, die „Haltung“ zu bewahren. Der lange feste Schal wird dafür sehr eng merhfach um die Taille gebunden. Ab diesem Punkt geht man sofort von der tiefen Bauchatmung in die Brustatmung über und man kann das Gewicht, das auf einem liegt, besser verteilen.

Faixa
Andreas bindet sich die Faixa um.

Da die Faixa das wichtigste Ausrüstungstück eines Castellers ist, war auch das der Teil, den wir beim Training als erstes erklärt bekommen haben.

Das Training ist definitv anders als sich das die meisten Leser vorstellen! Aktuell hat die Colla Jove ca. 350 Mitglieder, von denen mindestens die Hälfte bei unserem ersten Training dabei waren. Dementsprechend voll und zunächst chaotisch war die Trainigshalle.

Vor dem Eingang haben ein paar etwas ältere Damen den Verkaufsstand und die Haupttür der Halle war offen, so dass die Mitglieder konstant zwischen Halle und Straße davor hin und her gingen.

Wenn man in die Halle kommt, fallen einem schnell ein paar Leute auf, die mit Klemmbrettern und komplexen geometrischen Zeichnungen auf Papier in den Ecken stehen und suchend umhersehen. Alle paar Minuten kritzeln sie etwas auf ihr Papier und schreiben Namen in kleine Kästchen. Die Leute sind vom „Equip de pinyes“ (dem „Ananas-Team“) und ordnen die Mitglieder nach ihrer Größe und Stärke in die Pinya ein.

Die Pinya ist die Basis eines jeden Castells, fängt einen Teil des Gewichtes ab und sorgt für Stabilität.

Auf dem Bild unten sieht man noch die Folre. Diese gibt zusätzlich Stabiltiät und wird bei sehr hohen Castells benutzt.

Die ersten Trainings bestanden vor allem daraus, die Pinya zu verstärken. Für eine ehemalige Westfälin eine durchaus gewöhnungsbedürftige Aktion. Man steht sehr sehr eng gedrückt nebeneinander und versucht der Konstruktion möglichst Stabilität zu geben. Nach kurzer Zeit wird es unglaublich heiß und man schwitzt konstant. Aus Sicherhheitsgründen hält man den Kopf nach unten und bekommt vom gesamten Castell nur die Anweisungen des Trainers mit. Wenn es eine Folre (also eine Pinya in der zweiten Etage) gibt, dann steht auch mal jemand auf einem drauf. Bei langen Haaren erweisen sich die roten Tücher als Kopftuch als sehr praktisch. Wer hat schon gerne Leute auf seinen Haaren stehen.

In Teil drei folgt ein ausführlicher Bericht über die ersten Auftritte.

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#sentimjunts – Wir machen Menschenpyramiden bei den Castellers – 1. Teil

In anderen Blogeinträgen haben wir schon über die katalanischen Tradition der Castells berichtet.

Die Tradition hat uns über die Jahre so begeistert, dass in mir der Wunsch gewachsen ist, das mal zu lernen. Tarragona ist wahrlich der beste Ort, da dort zwei der drei besten Collas (Vereine) sind. September ist darüber hinaus der Monat mit den meisten Auftritten und Veranstaltungen, so dass man auch gleich die Chance hat viel zu erleben.

Eine Email mit der kurzen Frage, ob ich mal mitmachen dürfe, wurde innerhalb von 15 Minuten mit: „Ja klar, komm vorbei“ beantwortet.

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FRBR-Reviewgroup – IFLA-LRM

Im Februar 2016 hat die FRBR-Reviewgroup die erste Version der konsolidierten Fassung von FRBR (FRBR-LRM) auf den Webseiten der IFLA veröffentlicht. Eine Kurzfassung findet man hier: Introducing the FRBR Library Reference Model von Pat Riva und Maja Žumer.

Interessierte hatten dann die Möglichkeit den Text bis Anfang Mai zu kommentieren. Diese Möglichkeit wurde wirklich umfänglich genutzt und insgesamt sind über 34 Beiträge mit über 160 Seiten an Kommentaren und Rückmeldungen eingetroffen. Auch die deutschsprachige Community hat sich mit drei Beiträgen an der Kommentierung beteiligt. Die Editorial-Gruppe ist ein einer Mammutsitzung von 4 Tagen in Paris alle Kommentare und Rückmeldungen durchgegangen und hat das gesamte Dokument überarbeitet.

Gleichzeitig wurde das überarbeitete Dokument schon dem Committee on Standards der IFLA zur Kommentierung übergeben, damit dann zukünftig das Modell als offizieller Standard der IFLA veröffentlicht werden kann.

Nach der eigentlichen IFLA haben wir uns dann einen gesamten Tag in der Columbus Metropolitan Library mit der FRBR-Reviewgroup getroffen um die letzten Änderungsvorschläge zu besprechen.

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Im Folgenden ein paar Punkte, die am strittigsten waren.

Entitäten:

Insgesamt wurden die Entitäten etwas hierarchischer organisiert als in den ersten Entwürfen. Das hat den Vorteil, dass alle Eigenschaften einer übergeordneten Entität automatisch an die untergeordneten verwebt werden und so einige Eigenschaften schneller zu beschreiben sind.

RES:

Als oberste Entität gibt es „RES“ (lateinisch für „Ding, Angelegenheit, Ereignis, Erscheinung, Lage, Umstand, Vermögen, Handlung, Staat, Welt etc.“). Hiermit soll alles was in der Welt des Diskurses ist bezeichnet werden können.

Kritisch wurde vor allem die Bezeichnung RES gesehen, da sie nicht auf Anhieb verständlich sei, es im Gegensatz zu den anderen Entitäten lateinisch sei und es keinen formal anderen Plural gäbe.

Diskutiert wurden die Alternativen Bezeichnungen Thing und Entity, die dann aber doch nicht übernommen wurden. Die Gruppe hat sich darauf geeinigt bei der Bezeichnung Res zu bleiben, da nur diese den Begriff, der sowohl abstrakte Ideen wie auch konkrete Dinge und Personen umfasst, gleichberechtigt abdeckt.

Representative Expression:

Eine große Verwirrung hat bereits in der Review Phase die Einführung einer Represantative Expression verursacht. Sinn hinter dieser „besonderen Expression“ war die Möglichkeit, einzelne Expressionen als besonders nah am Werkgedankten und besonders „ursprünglich“ auszuzeichnen. Damit könnten dann zum Beispiel die ursprüngliche Sprache von Werken markiert werden. Allerdings ist in vielen Fällen dieser Punkt besonders strittig und eher eine Frage der aktuell gefolgten Lehrmeinung. Darüber hinaus ist für viele Anwender die Unterscheidung zwischen Werk und Expression sehr schwierig und eine Vermischung der beiden Konzepte macht die Situation bestimmt nicht besser.

Da es ja eigentlich nur darum geht, Eigenschaften einer Expression als besonders repräsentativ für ein Werk zu markieren, wurde das Modell diesbezüglich geändert und als Attribut für das Werk aufgenommen. Für Werke von Shakespeare wäre diesbezüglich „Frühneuenglisch“ eventuell eine Expressionseigenschaft, die als besonders repräsentativ gelten könnte.

Wichtig zu bemerken ist, dass es sich hier um kein verpflichtendes Attribut handelt, dass noch in Unterattribute unterteilt werden kann. Genutzt werden sollen diese Attribute vor allem dafür, das gewünschte Werk zu identifizieren und um Werke voneinander zu unterscheiden bzw. zu wissen ob das richtige Werk ausgewählt wurde.

Beziehungen bei „Aggregates“ (Nicht bei Monografien, die aus mehreren Teilen bestehen!)

Hier sollen Sammelwerke, die aus verschiedenen Werken bestehen, dargestellt werden können. Dabei handelt es sich nicht um eine Teil-Ganzes-Beziehung, sondern um einen Sammelband, der verschiedene voneinander unabhängige Werke enthält. In diesen Fällen gibt es keinen Urheber auf der Werkebene des Aggregating Works sondern jeweils einzelne Urheber der jeweiligen Werke.

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Das waren die wichtigsten Änderungen, die wir besprochen haben. Wen mehr interessiert, dem sei das aktuelle Modell ans Herz gelegt: FRBR-LRM.

FRBR – Reviewgroup

 

Im Februar 2016 hat die FRBR-Reviewgroup die erste Version der konsolidierten Fassung von FRBR (FRBR-LRM) auf den Webseiten der IFLA veröffentlicht. Interessierte hatten dann die Möglichkeit den Text bis Anfang Mai kommentieren. Diese Möglichkeit wurde wirklich umfänglich genutzt und insgesamt sind über 34 Beiträge mit über 160 Seiten an Kommentaren und Rückmeldungen eingetroffen. Die Editorial Gruppe ist ein einer Mammutsitzung von 4 Tagen in Paris alle Kommentare und Rückmeldungen durchgegangen und hat das gesamte Dokument überarbeitet.

Was ist eigentlich FRBR-LRM:

FRBR-LRM in einem Blogartikel umfassend zu erklären ist nicht wirklich möglich. Im Folgenden sollen aber ein paar Eckpunkte des Modells dargestellt werden.

FRBR ist aus der Studie „Functional Requirements for Bibliographic Records“ hervor gegangen. Hier wurde untersucht was die Nutzeranforderungen an Bibliographische Daten sind. Das Resultat war ein Modell, dass versucht die Bibliographische Welt in abstrakte Einheiten zu unterteilen, die für die Suche nach Büchern und Artikeln sinnvoll sind.

Aufgeteilt werden die Informationen auf vier verschiedene Ebenen der Beschreibung einer Ressource.

Auf der untertesten Ebene dem Exemplar oder Item finden sich Informationen zu dem jeweiligen individuellen Objekt bzw. Exemplar. In Bibliotheken sind das Informationen wie die Signatur eines Buches und auch Informationen zum Zustand des Buches (Seiten fehlen, nachträglich gebunden etc.)

Meistens gibt es verschiedene Auflagen von Titeln. Bücher einer Auflage haben alle ähnliche Eigenschaften, wie die Bindung, Schriftart, Satz, Seitenzahl etc. Diese Ebene wird als Manifestationsebene bezeichnet. Wenn man ein Buch zitiert, macht man das in der Regel auf der Manifestationsebene, weil man nur dort eine Stelle im Text einer Seite eindeutig zuordnen kann.

In der Regel gehen die verschiedenen Ausgaben eines Verlages auf eine Expression zurück. Die Expressionsebene ist meiner Einschätzung nach die schwierigste zu verstehen. Hier werden Eigenschaften wie die zum Beispiel die Sprache und Übersetzungen beschrieben.

Einfacher wird es wenn man sich die oberste Ebene, die Werkebene anschaut. Hier werden alle Expressionen eines Werkes wie zum Beispiel Schakespeares „Rome und Julia“ zusammengefasst.

Ebenen

Die einzelnen Ebenen werden als Entitäten bezeichnet. Die Entitäten haben unterschiedliche Eigenschaften, die als Attribute bezeichnet werden. Alle Attribute einer Entität werden an alle darunter liegenden Entitäten vererbt. So werden alle Eigenschaften einer Expression wie zum Beispiel die Sprache an alle Manifestationen vererbt.

Das offene Programm der Sektion für Bibliografie

Heute Vormittag fand das offene Programm der Sektion für Bibliografie statt. Thema war dieses Jahr: Opening the National Bibliography: transforming access to data and building connections. Mit drei Vortragenden waren wir in einem ziemlich großen Raum von dem man von der Bühne aus nur einen Teil gesehen hat.

13934840_10154493353591979_3560644815789096132_nDer erste Vortrag war diesmal mein eigener. Thema war die Publikation der Nationalbibliografie unter einer CC0 Lizenz.  

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Über 5 Jahre haben wir die Preise für die Daten kontinuierlich reduziert und ein Datenset nach dem anderen freigegeben. Das Ergebnis war ein starker Anstieg der SRU Kunden und eine wesentlich bessere Nachnutzung der Daten von Suchmaschinenanbietern und anderen Softwareherstellern.

Saeedeh Akbari-Daryan aus dem Iran hat leider kein Visum für die USA bekommen, aber Ihren Vortrag auf Youtube aufgezeichnet und wir konnten ihn so in der Session zeigen und man kann ihn sich  noch nachträglich ansehen.

In dem Vortrag zum Thema: Publishing open National Bibliography of Iran  berichtet sie darüber, wie sie ihre Bibliografie über das Google Webmaster Tool publiziert haben und darüber hinaus durch verschiedene Suchmaschinenoptimierungsverfahren die Zugriffe auf die Bibliografie steigern konnten.


Ylva Sommerland berichtete ich Ihrem Vortrag: Accessing National Bibliographic Data in Visual Dialog with Biographic Data, wie sie anhand der bibliografischen Daten verschiedene Auswertungen gemacht haben und diese Visualisiert haben. Diese Auswertungen werden Teil des jährlichen Statistik Reports und zeigen Möglichkeiten für weitere Entwicklungen auf.

Sweden

Columbus

Wenn man in Frankfurt wohnt, ist man enge Straßen, Verkehr und enge Wohnungen gewohnt. Columbus bietet hier einen sehr starken Kontrast. Die Straßen sind unglaublich breit und es gibt sehr wenig Autoverkehr. Eigentlich könnte man zu jederzeit einfach auf die Straße taumeln, ohne dass man auf ein Auto treffen würde.

Relativ schnell, wenn man das Kongressgelände verlässt kommt man in Wohngebiete mit Einfamilienhäusern. Hintergrund ist das Ziel der amerikanischen Regierungen, dass sich jeder Eigentum vorzugsweise ein Haus leisten können soll. So wohnen wirklich ca. 67% im eigenen Haus (bei den „weißen Amerikanern“ sind es sogar 70%) während in Deutschland nur ungefähr 47% Wohneigentum haben.

 

 

 

Position:N High St,Columbus