Alle Beiträge von Andreas Heß

MySQL auf dem Mac: Systemdatenbank weg?

Heute wurde ich im Datenbanken-Praktikum auf dem Rechner eines Studenten mit einer MySQL-Installation konfrontiert, deren System-Datenbank (d.h. die Datenbank „mysql“) einfach mal verschwunden war. Diese Datenbank enthält unter anderem die Einstellungen für die Berechtigungen der Benutzer. Das ist recht ungünstig, denn der Server startet dann natürlich auch nicht mehr. Dass die fehlende System-Datenbank dafür der Grund ist, erfährt man nur durch Anschauen der Error-Logs, die im „data“-Verzeichnis der Installation (auf dem Mac normalerweise /usr/local/mysql/data) liegen. In diesem Verzeichnis fehlt dann auch das Unterverzeichnis „mysql“.

Als einfachster Weg, die Installation wieder zum Laufen zu bekommen und evtl. vorhandene Nutzdaten zu retten, erwies sich folgender:

  1. Das data-Verzeichnis umbenennen
  2. MySQL neu initialisieren, ab Version 5.7.6 mit:
    sudo mysqld_safe --initialize
  3. Wenn hier ein von der Intialisierung zufällig gesetztes root-Passwort angezeigt wird, so ist das unbedingt zu notieren. Es muss dann, wie bei einer Neuinstallation auch, beim ersten normalen Login geändert werden. Sollte zwar ein Passwort zufällig gesetzt, aber nicht angezeigt werden (war merkwürdigerweise bei mir so), muss evtl. anschließend die Prozedur zum Zurücksetzen des Passworts durchgeführt werden.
  4. Durch die Neuinitialisierung wurde ein neues data-Verzeichnis angelegt. Der Inhalt des alten data-Verzeichnisses kann nun ins neue kopiert werden.
  5. Der Server sollte sich jetzt wieder normal starten lassen.

Wenn der Rest des data-Verzeichnisses unbeschädigt war und wirklich nur die mysql-Datenbank gefehlt hat, sollten die anderen Datenbanken wieder in Ordnung sein.

Mit dem E-Bike nach Furtwangen

Passend zum Sommersemester an der Hochschule und somit zur E-Bike-Saison habe ich ein paar Touren bei Outdooractive veröffentlicht. Da ich mein Fahrrad öfters mit der Bahn transportiere, liegt der Fokus auf Strecken von und nach Bahnhöfen im Umkreis von Furtwangen. Das kommt aber sicher auch jenen gelegen, die eine Streckentour fahren und mit dem Rad im Zug anreisen wollen. In Furtwangen lassen sich die Touren dann entsprechend verknüpfen.

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MySQL auf dem Mac: FAQs

Die Systemvariable PATH setzen

Will man am Terminal nicht jedes Mal den vollständigen Pfad angeben, wenn man den MySQL-Client startet, muss man die Systemvariable PATH setzen. Dies geht, wenn man in der Datei „.profile“ (man beachte den Punkt am Anfang!) die Zeile „export PATH=/usr/local/mysql/bin:$PATH“ einfügt. Dies geht am Terminal am einfachsten mit folgendem Befehl:

echo "export PATH=/usr/local/mysql/bin:$PATH" >> .profile

Anschließend das Terminal komplett schließen und neu starten, damit die Änderung aktiv wird.

Einen Dump einer Datenbank erstellen

Eigentlich total easy. Im Terminal eingeben:

mysqldump -u root -p NameDerDatenbank > NameDerDatei.sql

Man muss natürlich nicht unbedingt den root-User benutzen, wenn man auch andere Datenbank-User mit den passenden Berechtigungen hat. Wenn für den Benutzer kein Passwort vergeben wurde, muss man das „-p“ weglassen.

Das root-Passwort von MySQL zurücksetzen

Weil es bei meinen Datenbank-Studierenden immer mal wieder nötig ist:

  1. MySQL-Server stoppen
  2. Terminal öffnen
  3. Folgende Befehle eingeben, um den MySQL-Server neu zu starten mit der Option, sämtliche Zugriffsrechte zu ignorieren. Dies benötigt die Eingabe des Mac-Admin-Passworts.
    sudo mysqld_safe --skip-grant-tables
  4. Ein zweites Terminal öffnen und mysql starten. Einloggen bei MySQL als root braucht nun kein Passwort mehr!
    mysql -u root
  5. An der MySQL-Befehlszeile:
    mysql> flush privileges;
    Query OK, 0 rows affected (0,01 sec)
    
    mysql> alter user 'root'@'localhost' identified by '';
    Query OK, 0 rows affected (0,00 sec)
    
    mysql> flush privileges;
    Query OK, 0 rows affected (0,00 sec)
    
    mysql> quit
    Bye

    Das Passwort ist nun zurückgesetzt. Es kann natürlich in den Anführungszeichen bei „identified by“ statt einem leeren Passwort ein neues Passwort eingesetzt werden.

  6. Wieder am Terminal sollte man nun den MySQL-Server, der mit „–skip-grant-tables“ gestartet wurde, wieder beenden:
    sudo killall mysqld
  7. Dann über die Systemeinstellungen den MySQL-Server wieder normal starten.
  8. Fertig!

Nach macOS-Update: Rechner herunterfahren dauert ewig?

Wenn nach einem Update des Betriebssystems der Rechner ewig zum Herunterfahren braucht, könnte das daran liegen, dass beim Update-Prozess manchmal (?) die Rechte des mysql-Verzeichnisses verstellt werden. Dann kann man folgendes tun:

  1. Das „data“-Verzeichnis aus dem MySQL-Verzeichnis (normalerweise /usr/local/mysql) an einen sicheren Ort kopieren.
  2. MySQL neu installieren. Das ist wohl der einfachste Weg, um die Rechte wieder korrekt zu bekommen.
  3. Das gesicherte data-Verzeichnis wieder an die selbe Stelle in das MySQL-Verzeichnis der Neuinstallation kopieren.

Moixiganga

Bevor Anke mit dem dritten Teil unserer Erlebnisse bei der Colla Jove Xiquets de Tarragona weiter macht, dränge ich mich mal kurz dazwischen mit dem im Kommentar zum zweiten Teil versprochenen Bild einer Moixiganga-Aufführung.

Die Moixiganga sind eine Tradition aus dem 15. Jahrhundert und können als Vorläufer der Castells betrachtet werden. Es handelt sich dabei um eine getanzte Repräsentation der Passion Christi.

Am 22. September führten die So Nat, Grallers de Tarragona anlässlich des Santa-Tecla-Festes eine Moixiganga auf dem Plaça de les Cols auf.

Moixiganga auf dem Plaça de les Cols in Tarragona am 22.09.2016
Moixiganga auf dem Plaça de les Cols in Tarragona am 22.09.2016

Montblanc

Letzte Woche machten wir uns auf zu einem Besuch in Montblanc, einer Kleinstadt in der Nähe von Tarragona und nicht zu verwechseln mit dem Berg an der französisch-italienischen Grenze.

Anlässlich der Festes de la Serra, dem Stadtfest von Montblanc, wurde am 8. September das Gefolge (seguici popular) gezeigt. Dazu gehören zum Beispiel die Giganten (Els Gegants)

Els Gegants
Els Gegants

… die Dämonen (Els Dimonis)

Els Dimonis
Els Dimonis

… sowie die Bestien (Bestiari), zu denen wiederum zum Beispiel der Adler (Àguila)…

Àguila
Àguila

… die feuerspeiende Cucafera

Cucafera
Cucafera

… und der Drache (El Drac) gehören.

El Drac
El Drac

Auch abseits des Festes ist Montblanc wegen seiner mittelalterlichen Altstadt…

Altstadt von Montblanc
Altstadt von Montblanc

…mit ihrer praktisch vollständig erhaltenen Stadtmauer…

Stadtmauer von Montblanc
Stadtmauer von Montblanc

… und den Kirchen Sant Miquel…

Sant Miquel
Sant Miquel

… und Santa Maria sehr sehenswert.

Portal der Kirche Santa Maria in Montblanc
Portal der Kirche Santa Maria in Montblanc

Der Legende zufolge…

Legende von St. Georg
Legende von St. Georg

… hat in Montblanc der heilige Georg (Sant Jordi) einen Drachen getötet und die Prinzessin gerettet. Die heute noch lebenden Drachen (siehe oben) gelten als weitgehend ungefährlich, so dass die Stadt seitdem sicher ist und zum Besuch empfohlen werden kann.

Cambrils

Es ist wieder September und wir genießen wieder Katalonien. Vorgestern war Zeit für einen Ausflug nach Cambrils.

Cambrils vom Hafen aus gesehen
Cambrils vom Hafen aus gesehen

Cambrils hat zwei Ortskerne, zum einen den Bereich um den Hafen und zum anderen das historische Stadtzentrum, das ein klein wenig weiter im Landesinneren liegt. Der Hafen wird vom historischen Turm beschützt.

Turm am Hafen von Cambrils
Turm am Hafen von Cambrils

Der Hafen ist nicht nur für Sportboote und Ausflugsschiffe, sondern vor allem auch für den Fischfang wichtig. Der rote Leuchtturm markiert die Einfahrt.

Roter Leuchtturm von Cambrils
Roter Leuchtturm von Cambrils

Im historischen Stadtzentrum steht die Kirche Santa Maria.

Kirche Santa Maria in Cambrils
Kirche Santa Maria in Cambrils

Die Straße vor der Kirche war untertunnelt und bot während des spanischen Bürgerkriegs der Zivilbevölkerung Schutz vor Angriffen der Franquisten.

Die Sichel-Stele (Estela Falç) vor der in Teilen erhaltenen historischen Stadtmauer erinnert an einen früheren Krieg: Zu Beginn des Aufstandes der Schnitter (Guerra dels Segadors) wurde im Jahr 1640 die Stadt Cambrils belagert. In der katalanischen Nationalhymne heißt es heute übersetzt: „Ein guter Schlag mit der Sichel, Verteidiger des Landes!“

Estela Falç
Estela Falç

U5

In Frankfurt finden momentan Bauarbeiten am Stadtbahnnetz statt. Die Linie U5 soll künftig mit neuen Hochflur-Triebwagen barrierefreien Einstieg bieten.

Während der Bauzeit leistet sich die VGF einen aufwändigen Inselbetrieb: Von der nördlichen Endhaltestelle Preungesheim fährt die Bahn bis zur Station Marbachweg/Sozialzentrum, dort muss in Ersatzbusse zur Konstablerwache umgestiegen werden.

Im regulären Betrieb fuhren die „Ptb“-Triebwagen auf der U5 meistens in Doppeltraktion. Für den Inselbetrieb auf dem Außenast sind aber Einzelwagen ausreichend, so wie hier im Marbachweg zwischen den Haltestellen Marbachweg/Sozialzentrum und Gießener Straße beobachtet. Während der derzeit gesperrte Abschnitt der U5 straßenbahnmäßig ist, ist der Nordast stadtbahnmäßig trassiert und verläuft im Marbachweg in Mittellage, anschließend in Seitenlage bis zur Endstation. Im Marbachweg ist die Trasse von Rosen gesäumt.

Ptb-Wagen der Linie U5 im Marbachweg
Ptb-Wagen der Linie U5 im Marbachweg

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Erlaubte Satire

Erlaubt bleiben Sätze wie „Sackdoof, feige und verklemmt, ist Erdogan der Präsident“ – Martin U. Müller für Spiegel Online

Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung erlassen und Passagen aus dem Gedicht „Schmähkritik“ von Jan Böhmermann für unzulässig erklärt.

Unterdessen sprach sich Detlef Seif, MdB (CDU) im Deutschen Bundestag für die Beibehaltung des §103 StGB aus.

Versetzen Sie sich in Erdogan, und überlegen Sie, wie Sie dazu stehen würden – Detlef Seif, MdB

Not sure if trolling or serious

Musik aus Katalonien

Katalonien und Valencia haben eine äußerst lebendige Musikszene, die Einflüsse von Ska, Rock, Punk und sogar Reggae mit Folklore und dem Streben nach Unabhängigkeit kombiniert. Alle der hier vorgestellten Bands (außer Obrint Pas und La Gossa Sorda) stellen ihre komplette Musik frei ins Netz! Grund genug, das alles auch einmal von Deutschland aus zu betrachten.

Obrint Pas

Schon 1993 gründeten sich Obrint Pas aus Valencia, die sich leider 2014 aufgelöst hat. Anke hat die Begeisterung für diese Band in unsere Ehe eingebracht, deswegen war es sehr traurig, dass sie zu einem der letzten Konzerte Ende 2013 in Berlin im Gegensatz zu mir nicht dabei sein konnte.

Neben den aus dem Ska bekannten Blechblasinstrumenten kommt bei Obrint Pas, wie auch bei einigen anderen Bands aus der Region, die Dulzaina (valencianisch dolçaina) zum Einsatz, ein traditionelles Doppelrohrblatt-Holzblasinstrument aus Valancia. Die katalanische Variante der Dulzaina wird Gralla (oder von Anke „Tröte“) genannt.

Der wohl größte Erfolg der Band war der Song La Flama, den vermutlich fast jeder Katalane auswendig kennt, spätestens seit dem Lipdub per la independència in Vic 2010. Das Video zu La vida sense tu (Das Leben ohne dich), so etwas wie ein Abschiedssong, kann man sich auf der offiziellen Webseite der Band ansehen. Der Sänger Xavi Sarrià ist inzwischen als Autor aktiv.

Als eine Art Nachfolger von Obrint Pas gehandelt werden…

Aspencat

Diese Band, ebenfalls aus Valencia, existiert seit 2005. Aspencat gehört zu den Bands, die nicht nur ihr aktuelles Album Tot és ara, sondern auch praktisch ihre komplette Discografie zum kostenlosen Herunterladen anbieten. Der Stil hat ein bisschen was von Drum & Bass, die Texte sind oft auch politisch. Das aktuelle Video Música naix de la ràbia (Musik geboren aus der Wut) kann man sich bei YouTube ansehen. Eines der bekanntesten Stücke der Band ist Quan caminàvem, das vom „Weg in den Ungehorsam“ und von „rebellischen Träumen“ handelt. Beide Songs fangen die Stimmung der jungen Generation in Katalonien und Valencia auf, die von den alten, rechtskonservativen Strukturen genug hat und sich mehr Unabhängigkeit von Spanien wünscht. Ganz anders klingt L’últim segon, eine der wie ich finde tiefsten Liebeserklärungen: „Ich will nicht, dass Du mich in Erinnerung behältst. Ich will nur, dass Du mir die letzte Sekunde gibst.“

Xeic!

Aus den Terres de l’Ebre im Süden Kataloniens kommt die Band Xeic!, die wir letztes Jahr bei den Festes de Santa Tecla in Tarragona sehen durften. Natürlich sind auch die Texte von Xeic! oft politisch, so plädiert zum Beispiel Tornarem für ein stärkeres Verwenden der katalanischen Sprache.

Els Catarres

Etwas besonderes sind Els Catarres aus Aiguafreda im Norden Kataloniens: Als eine der wenigen katalanischen Bands haben die Catarres mit Roser Cruells eine Frau in der Stammbesetzung, die äußerst lässig Kontrabass spielt und Begleitstimme singt. Auch die Catarres haben Gitarren, Schlagzeug und Blechbläser dabei, aber der Stil geht mehr in Richtung Pop-Folk. Auch wenn der Titel ihres Lieds En peu de guerra (Auf dem Kriegspfad) zunächst etwas anderes suggeriert, handelt es sich dabei nicht um ein Kampflied: „Wir verbrennen die Nacht, wir machen das Bett kaputt. Die Liebe auf dem Kriegspfad!“ Das aktuelle Musikvideo ist Sota el llum del sol (Unter dem Licht der Sonne). Auch Els Catarres haben wir übrigens in Tarragona live kennengelernt und auch sie stellen ihre gesamte Musik zum Herunterladen bereit.

Das klangliche Gegenteil sind…

Mugroman

aus Xixona in der valencianischen Gemeinschaft in der Nähe von Alacant (Alicante). Der Stil ist härter und rockiger als der der anderen Bands. Vorsicht, das Cover von Cendra, des ersten Albums von Mugroman, ist NSFW. In einigen Stücken ist eine Dulzaina zu hören.

Txarango

Aus Barcelona kommt die 2010 gegründete Band Txarango, deren Stil einen etwas stärkeren Reggae-Einfluss hat.

La Gossa Sorda

Ska, Rock, Reggae und Punk aus Valencia, politische Texte und Dulzaina: Das ist La Gossa Sorda (Die taube Hündin).

Bongo Botrako

Zum Abschluss sei noch eine Band genannt, die zwar aus Tarragona in Katalonien kommt, aber eigentlich nicht hierher gehört, weil sie auf Spanisch singen: Bongo Botrako. Da sie aber mit Lluna zumindest ein Lied auf Katalanisch singen, haben sie es in die Liste geschafft. Leider haben sich Bongo Botrako Ende 2015 aufgelöst. Wir konnten sie glücklicherweise vorher noch mal live sehen, bei einem ihrer letzten Konzerte in Amsterdam.

Damit wären wir am Ende meiner kleinen Liste angelangt. Natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken, wenn man bei den einschlägigen Streaming- und Empfehlungsdiensten die Augen und vor allem Ohren offen hält. Oder aber, noch besser, man fährt selber nach Katalonien und lässt sich überraschen, welche Bands bei La Mercè in Barcelona oder Santa Tecla in Tarragona auf einen warten.

Und nun: Hört euch die Musik selber an und macht sie bekannt! Warum sollte den katalanischen Bands nicht gelingen, was damals in den Neunziger die Héroes del Silencio aus Saragossa geschafft haben?